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12 (1830) W bis Z
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Zeyst

Ziegel

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darüber gestorben sei. Von allen seinen Werken ist Nichts bis auf unsere Zeiten

Zeyst (Zeist), ein Dorf mit mehr als 1200 Einw. und einem schonen Schloss«in der niederland. Provinz Utrecht, eine Stunde von der Stabt Utrecht entfernt, ineiner sehr angenehmen Gegend, wo sich viele Gärten und schöne Spaziergänge fin-den. Es gehörte ehemals dem grafl. nassuiischen Hause, ward aber 1752 an einenKaufmann in Amsterdam verkauft, der es der Brüdergemeinde zu Anlegung einerKolonie, die aus 300 Mitgliedern besteht, einräumte. Die Herrnhuter haben nunhier große Brüder- und Schwesterhauser und Fabriken angelegt, wo Kunsttischler-s ,vaaren, Handschuhe, Leder, Band, Seifenkugeln, Gold- und Silberarbeiten, Lackirwaaren und Talglichtcr von vorzüglicher Güte verfertigt werden. Unweit Zeystbreitet sich eine weite Heide aus, wo von der fcanz.-Holland, Armee bei der Thron-besteigung Napoleons eine 148 Fuß hohe Erdpyramide errichtet wurde. Auch stehtf bei Z. ein Obelisk als Denkmal der Union von 1579.

Ziegel, ein künstlicher Stein aus Lehm - oder Thonrrde, welche viel Eisenmchälr und sich daher im Feuer roth brennt. Die Kunst, Ziegel zu formen und zubrennen, ist so einfach, daß man ihre Spuren bei den ältesten Völkern antriffr.Schcn im 1. Buch Mosis wird der Thurmbau zu Babel so beschrieben, daß mans Ziegel gebrannt und Asphalt zum Bindemittel der Backsteine genommen habe. Be-Edinnllich setzt man den Thurmbau zu Babel gewöhnlich in das 5.Jahrh. nach der^ fegen. Gündflut, und es möchten alft wol wenige menschliche Künste sein, derenUrsprung sich in so frühen Zeiten findet. Auch Herodot erzählt, daß die Mauernden Babylon aus gebrannter Erde, mit Asphalt (Bergpech) verbunden, aufgeführtseien; und die Kinder Israel wurden von Pharao gezwungen, Thonerbe zu grabenund Ziegel zu brennen, da man die Städte Pithom und Raamses baute. DieGriechen vervollkommnctcn diese Kunst, nach Plinius's Bericht, Sie hattendreierlei Arten von Ziegeln, wovon die erste 6, die zweite 12, und die größte15 Zoll lang war. Auch die Römer müssen es sehr weit darin gebracht haben;denn Trasan's Säule, aus diesem Stoff aufgcführt, ist nach 1700 Jahren nochhöchst dauerhaft. Im Mittelalter bediente man sich häufig glastrler Ziegel undwendete sie in verschiedenen Farben zur Verzierung an; man bildete z. B. damitInschriften, wie an der Marienkirche zu Elbing und in dem Schlosse zu Granden«,und in einigen Gebäuden des 14. Jahrh, in England. Unter den neuern Völkernscheinen es die Holländer am weitesten in der Kunst des Ziegelbrenmns gebracht zuhaben, denn sowol ihre Häuser als auch das Pflaster ihrer Höfe widerstehe» dernieist feuchten Witterung ihres Landes außerordentlich lange. Ihnen stehen wenig-stens die engl. Ziegel, deren man sich zum Hänsecbau in London bedient, weit nach.Der beste Stoff, um Ziegel zu machen, besteht in einer Mischung von Thon undSand, die man Lehm - oder Ziegelerde zu nennen pflegt. In manchen Gegendennimmt man auch Mergel dazu, welcher bekanntlich aus Thon und Kalk zusammen-gesetzt ist; doch darf nicht zu viel Kalk darunter sein. An mehren Orten wird auchder Thon durch Verwitterung des Porphyrs erzeugt, indem der Feldspath sich durchdie Lange der Zeit an der Lust zersetzt; dieser gibt ebenfalls gute Ziegel. So kannman auch Erde, die aus Alaun und Kiesel besteht, zu Ziegeln brennen; sobaldaber Kalk zu dieser Mischung tritt, schmilzt im stärkern Feuer die Masse zu einerSchlacke. Die Erfahrung hat gelebrt, daß die dauerhaftesten Ziegel aus einer Erded.'r-itrt werden, welche 3 Theile Thon und 1 Theil Kalk enthält. Wird solch eineMischung einer starken Feuerhitze ausacsetzt so fängt sie an zu verschlacken, undwird dadurch viel härter und dichter als gewöhnliche Ziegel. Solche halbverschlackteZiegel saugen weniger Wasser ein und zerfallen also im Winter viel weniger als diegemeinen. Die letzter» nämlich, wie man an den Dachziegeln häufig genug sieht,nehmen, der beständigen Nässe des Winters ausgesetzt, dis Feuchtigkeiten in ihre