Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
490
Einzelbild herunterladen
 

49V

Zerduscht Zerlegung der Kräfte

stadt des Fürstenthums Anhalt - Zerbst. (S. Anhal t.) Die Stadt Zerbst, di,g-ößte in sammtlichcn Landern der anhaltischen Hauser, liegt an der Nuthe, ,,,,Meile von der Elbe, in einem ebenen, sandigen Boden, hat ein schönes, außMgelegenes Rcsidenzschloß, eine sehr alte Kirche von schönem altdeutschen Stylestdem gegenwärtigen Herzog erneuert), 4 Vorstädte und in 1580 H. 8000 C'W.Lutheraner und Reformirte sind hier unter einander vermischt, und der Rath HMln gleicher Anzahl aus Mitgliedern beider Confessionm. Es ist hier ein gutes Gs»uasium und eine berühmte Töchterschule; eine bedeutende Gold-und SilbersMund eine Wachsfabrik; das zerbstcr Bier ist berühmt. Jetzt befindet sich lmr d,§ ^für die anhaltischen und schwarzburg. Häuser errichtete Oberappellationsgericht.

Zerduscht, s. Zoroastcr.

Zergliederung,s. Ana ly sis; Zergliedern ngskunst, s.An,-!tomie.

Zerknirschung (eontritio) wird die Traurigkeit genannt, welche sich d,jMenschen bei einer aufrichtigen und lebhaften Reue über seine Sünden bemächtigt,weil er sich durch das niederschlagende Bewußtsein derselben gleichsam zermalm, §und in seinem Innern vernichtet fühlt. Sie entsteht durch die Schrecken des G!!Wissens, welche die Erkenntniß der Sünde bei der Vorstellung des Übertretens»setzes bewirkt; nach Protestant. Ansicht ohne eignes Verdienst des Reuigen, zufalz,einer göttlichen Einwirkung, weil das Gesetz und der Ausspruch desGewissmilGottes Stimme ist; nach kathol. Ansicht, als Handlung des freien Willens, d!i>ein Verdienst haben und zur Rechtfertigung des Sünders vor Gott Mitwirken kam,Diese Verschiedenheit hat einen bedeutenden Einfluß auf die Moral beider Kirsmgehabt, welcher noch jetzt in dem sittlichen Zustande ihrer Glieder merkbar ist. L.

Zerlegung oder Zersetzung (chemische Trennung, Scheidung) ist daichemische Verfahren, wodurch die zu einem gleichartigen Ganzen verbundenen un-gleichartigen Bestandthcile eines Körpers getrennt werden. Die Mittel, wodmchdies geschieht, als Abdampfen, Auflösen, Niederschlagen, Schmelzen, Destilli-ren und Sublimiren, wirken mittelst der chemischen Verwandtschaft; dm >indem sie mit einem Bestandthcile des zu zerlegenden Körpers näher verwandt sind,als dieser mit dem ihm verbundenen Bestandthcile, bewirken sie, daß er dcnsckai -verläßt und sich mit ihnen verbindet. Sie unterscheidet sich also wesentlich von du imechanischen Trennung der Körper, welche durch Druck und äußere Bewegunggeschieht und die Körper in gleichartige Theile zertheilt. i

Zerlegung der Kräfte und Bewegungen. Wir müssen, m,über diesen Gegenstand allgemein faßlich zu sprechen, von der Zusammeuwirkuuzder Kräfte und einem Beispiele ausgehen. Man nehme ein viereckiges, rechtwink-liges Bret und rolle auf dessen oberer Kante eine Walze fort, um welche einFadenmit daran hängender Bleikugel geschlagen ist, der sich beim Rollen abwickelt. Hinwirken zwei Kräfte: die Hand, die die Walze in horizontaler Richtung fortfühlt,und die Schwere, welche die Kugel in verticaler Richtung hintceibt; der Weg, dm !die solchergestalt von den 2 gleichzeitig auf sie wirkenden, hier, ihren Richtungennach, einen rechten Winkel einschlicßenden Kräften bewegte Kugel wirklich beschreibt,ist aber, wie man bei Anstellung des Versuchs finden wird, die Diagonale beiVierecks. Eine einzige, in letzterer Hinsicht allein thätige Kraft würde eben Das be-wirkt haben, was die beiden, einen Winkel einschlicßenden, gemeinschaftlich und tgleichzeitig auf die Kugel wirkenden Kräfte zusammen bewirken. Die Bewegung in tder Diagonale erscheint als das Ergebniß einer einzigen, aus jenen beiden Kräften, Lnach gewisser Maßgabe, zusammengesetzten Kraft, und jene beiden Kräfte lassen Hsich, im umgekehrten Falle, hinsichtlich der Wirkung, als ausder Zerlegung dies» keinzigen entstanden betrachten. Durch dieses Beispiel wird der Gegenstand in da sHauptsache vollkommen klar, und man begreift, daß das Ergebniß ein ähnliches k