Zeitungen, französische
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? Benj. Constant und Jouy stellten (hat aufgehört), „1,e vvnseur", dessen Haupt-( rldactenr Eomte und Dunoyer wurden (hat aufgehört), und bei welchem DeppingMitarbeiter war, ferner „lw Pilote", „1,'e1ri8tnrgn>: Iranyai»" (von Labourdon-^ „aye und Lalot gegründet, hat aufgehört) u. a. Die am meisten verbreitete pariserZeitung blieb indeß trotz dieser Mitbewerber „I,e conkrirutionnel'si welcher 1815von 15 Actionnaircn gegründet wurde. Ec ist constitutionnell gesinnt, aber im Aus-druck mild und vorsichtig. Ihn leiten zunächst Elienne, Jap und Tissot. Er soll zujZeitm gegen 20,000 Abnehmer gehabt haben, im 1.1830 halte er deren 6,666.Anfangs galt dieActie 3000, dann 100,000Fr. — Der „Oonriiorkrnnyni«'wel-chen Köratry leitet, ist weit frcimüthiger, hat aber weniger Absatz, und derHerausg.ward oft vor das Eriminalgericht gcsodert. Der Hauptrcdactcur, Ehatelain, eher».Ossicier, führte sonst beinahe allein die tägliche Polemik. — Das „lournnl «Inconimoroo" gehört fast nur pariser Handelsherren; cs handelt Finanzfragen oftmit großer Sachkenntniß ab; in ihm vernimmt man vorzüglich Lafsitte's Meinun-gen. Hauptredacteur ist der ehem. Kaufmann Lareguie. — Zwischen den liberalenund den Ultrajournalen steht der mit dem Ministerium Martignac 1828 entstande-ne „!UE->For llen diambreu" in der Mitte. Die Herren Capesigue und Malitour-ne leiten die polit. Artikel; auch fließen mehre aus der Feder des Hrn. von Mar-tignac. Der „NolisaFer «los vdsmbres" war bis zum 3. ?bug. 1828 die Haupt-quelle für politisch thatsachliche Behauptungen, seitdem aber ein Oppositionsblatt,dos CH. Mövil herausgibt.— In der Geschichte der sranz. Zeitblatter sind die sogen.T e n d e n z p r o c e sse merkwürdig. Durch die völlige Freigebung der Pressen im I.1819 wurde die politische Partcisucht so genährt und verursachte solche Ärgernisse,daß die Regierung mit 2 andern Ausnahmegesetzen, welche sie den Kammern nachder Ermordung des Herzogs v. Berry vorlegte, auch aufs Neue vorschlug, die Jour-nale unter Censur zu stellen: ein Vorschlag, der zwar heftigen Widerspruch bei allenParteien fand, aber dennoch in der Deputirtenkammer am 30. März 1820 durchging.Dieses Ausnahmegesetz ward in der Session von 1820 auch für die Zeit der Sitzungvon 1821 verlängert, nachher aber aufgehoben und durch polizeiliche Aufsicht ersetzt,weil man die Censur mit einer repräsentativen Verfassung unverträglich fand. Da-gegen wurden die neuen Gesetze gegen den Mißbrauch der Presse um so strenger ab-gefaßt. Es wurden nämlich sowol die Eigenthümer als die Herausgeber verant-wortlich; auf Vergehungen durch Mißbrauch der Preßfreiheit standen Geldstrafenund Haft; selbst die Absicht, der geheime Sinn, die einem verdächtigen Art. zumGrunde liegen, konnten strafbar gefunden werden, wenn die Tendenz gefährlicherschien. Die Eigenthümer waren deßhalö verbunden, für Zeitungen und periodischeBlatter bestimmte Eautionen, die von 750 Fr. bis 10,000 Fr. Renten stiegen,einzulegen. Für Paris war eine Bürgschaft von 10,000 Fr. Renten crfoderlich.Es gelang endlich Villöle, die Censur wiederherzustellen; als er aber die Wahlver-sammlungen 1827 berief, mußte die Censur aufhören. Nach V.'s Sturz wurde1828 von dem neuen Ministerium den Kammern ein milderes Preßgcsetz vorgclegtund angenommen. 1826 erschienen in Frankreich 490 Journale, davon in Paris176, worunter 20 Tageblätter.
Die Zcitungsanstalten sind in Frankreich und England auch in industrieller sowiein kaufmännischer Hinsicht so wichtig, daß wir in Deutschland nichts Gleiches aufzu-stellen haben. So beschäftigt der „Oonstitutionnel" in Paris eine eigne Druckereivon 8—10 Pressen, die Tag und Nacht in Lhätigkeit sind; außer6—8daran mitar-beitenden Eigenthümern und einem Directeur en Chef sind noch 10—12Rcdacteursfür verschiedene Facher angestellt, und die monatlichen Ausgaben crfodern gegen50,000 Fr. Das Honorar, das den Redacteurs und den Mitarbeitern, welche nureinzelne Artikel liefern, ausgezahlt wird, ist sehr bedeutend. Für einen Art. von 1oder 14 Cvlumnen werden in der Regel 100—120 und oft bis 150 Fr. bezahlt.Der Mechanismus bei diesen Anstalten ist ebenso bewundernswürdig als die Ge-