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12 (1830) W bis Z
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Zeche Zechin

Strange hingerichtet, und die gegen die Freimaurer überhaupt ausgesprochene To-desstrafe an sieben angesehenen Officieren*) zu Granada am 9-Sept. 1825, aufden ausdrücklichen Befehl des Königs (oder Ealomarde's), streng vollzogen wurdeso nahm dennoch der Haß der Hofpartei gegen den seit Kurzem zum Präsident,»des Ministerraths ernannten Hrn. v. Z. so zu, daß der König endlich am 25. La.1825 seine Entlassung Unterzeichnete. Jede Partei gab die Ursachen derselben ver-schieden an. Einige sagten, England und Frankreich hätten dem Hrn. v. Z. ihr,»Beistand entzogen, weil er nicht in die von ihnen begehrte Anerkennung der Unab-hängigkeit von Mexico habe willigen wollen; Andre behaupten dagegen mit mehrWahrscheinlichkeit, er sei gefallen, weil er die Anerkennung der UnabhängigkeitMexicos angerathen habe. Hr. v. Z. behielt übrigens die Gnade des Königs, undsein Nachfolger, der Herzog von Jnfantado, behandelte ihn mit großer Achtung.Hr. v. Z. trat hierauf im Anfänge des Jahres 1826 seinen Gesandtschaftsposten inDresden an, welchen er 1828 mit dem in London vertauschte. Das von ihm inSpanien behauptete System der Mäßigung wurde bcibehalten. Hr. v. Ugarte blichentfernt; die consultative Junta aber ward in einen Staatsrath verwandelt. Übri-gens ist die Lage Spaniens seitdem nicht besser geworden.

Zeche, ehemals und in einigen Gegenden Oberdeutschlands noch jetzt soviel als Innung, Zunft. Gegenwärtig ist es 1)ein bergmännischer Ausdruck, eben-so viel als Berggebäude oder Grubengebäude oder Grube (s. d.). Wenn, wiege- iwöhnlich, mehre Personen den Bau einer Zeche gemeinschaftlich unternehmen, soheißt sie eine Gewerkzeche, und die Gesellschaft, die sie baut, eine Gewerkschaft.Diese theilt das Feld oder die Zeche in 128 eingebildete Theile, welche Kuxe heißen.Nach diesen Kuxen werden alsdann sowol die Kosten der Zubuße zusammengebracht,als auch der Gewinn, die Ausbeute, an die Gewerke vertheilt. In der bergmännischenSprache sind viele mit dem Worte Zeche zusammengesetzte Ausdrücke üblich, z. B.eine Zeche befahren, sich in die Grube begeben, um die Anstalten und Arbeiten zubesehen; eine Zeche belegen, Arbeiter annehmen und sie auf der Zeche arbeiten lassen;das Gegentheil davon heißt: die Zeche liegen lassen, die Arbeit dabei einstellen.

Zechregister heißt die Rechnung über Einnahme und Ausgabe einer Zeche oderGrube.2) Zeche heißt auch so viel als die Reihe, Ordnung, wie irgend ein Ge-schäft die Glieder einer Gemeinde nach einander trifft. Daher der Ausdruck: um dieZeche (umzechig, zechum), wechselsweise, Einer um den Andern. Auf dem Landesind an vielen Orten die Unterlhanen verbunden, in herrschaftlichen Angelegenheitenum die Zeche Botendienste zu thun; bas Vieh wird um die Zeche gehütet rc.Endlich 3) heißt Zeche so viel als Gelag, das Trinken in Gesellschaft. Daher dieAusdrücke: Zechbrud er, der sich öfters bei Trinkgelagen einsindet; die Zeche (dasGelag) bezahlen, den Aufwand für eine Trinkgesellschaft bezahlen, im uneigrntl!-chen Sinne die bei einer Sache aufgelaufenen Unkosten bezahlen müssen.

Zechin (ital. Xseolnnv, von dem Worte iroeva, die Münze, wo das Geldgeprägt wird) war die eigentliche Nationalgoldmünze der ehemaligen Republik Ve-nedig; doch nennt man die Goldmünzen einiger andern Lander, z. V. päpstliche, !türkische, im Italienischen auch Zechinen. Die florentiner Zechinen heißen, nachden darauf geprägten Lilien des großherzogl. Wappens, OiAlinti, und die kaiserl.östrcich., besonders die kremnitzer Dukaten, werden in Italien lslriZKeri genannt.Die venetianischen Zechinen waren den ungarischen Dukaten an Schrot und Korngleich, galten aber in Venedig selbst 4 5 Procent mehr als diese. Auch auf denneu geprägten behielt man immer die alte Zeichnung bei, weil die Bewohner derLevante, wohin diese Geldsorten im Handel häufig gingen, daran gewöhnt waren.

*) Sie waren nur der Therlnahme an einer Freimaurerloge angeklagt, die zu derGesellschaft der Vcrtheidiger des Glaubens und des Königs (welche sich von der apo-stolischen Gesellschaft der Conccptionisten getrennt hat) gehört haben soll.