Zacharia Zaftleeven (Hermann— Cornelius) 447
bei Bern auf. — Sein Bruder, Anton, Baron v. Z., ist östreich. Feld-inarschalllicutenant. Er war 1800 Generalquarticrmeistcr bei der Armee unterMe!as, und wurde in der Schlacht bei Marengo gefangen. 1805 diente er unterdem Erzherzog Karl und 1809 unter dem Erzherzog Johann. Zuletzt war er Com-mandant der Festung Olmütz und wurde 1825 pensionnnt.
Zacharia, einer der sogenannten 12 kleinen Propheten, dessen Geburtsortaber so unbekannt ist wie das Jahr, da er die Welt betrat. Seine Weissagungenbeziehen sich vornehmlich auf die sich bald verbessernde Lage des jüdischen Volks,indem er zugleich zum Wiederaufbau des Tempels kräftig ermunterte, und, wie allePropheten, auf sittliche Besserung hinarbeitcte.
Zacharia (Just Friedrich Wilhelm), geb. den 1. Mai 1726 zu Franken-Hausen im Fürstenth. Schwarzburg, studirte von 1743 an zu Leipzig die Rechte,beschäftigte sich aber fast ausschließlich mit der schönen Literatur und der Dichtkunst,und hielt sich zur Gottsched'schen Schule. Sein erstes größeres Werk war: „DerRenommist", ein komisches Heldengedicht, der erste, wiewol unvollkommene Ver-such dieser Art in Deutschland (1742), wobei er Pope zum Vorbilde halte. Gott-sched machte dieses Gedicht zuerst in den „Belustigungen des Verstandes und Witzes"bekannt, und hat das Verdienst, auch diesen Dichter aufgemuntert zu haben. AberZ. trennte sich, wie andre gute Köpfe, bald von Gottsched, und kam in Verbin-dung mit jenen geistvollen jungen Männern, die sich damals in Leipzig zusammen-gesimden hatten und als Vvlbcreitcr eines bessern Geschmacks in Deutschland an-erkannt sind. Der Beifall, mit welchem der „Renommist" war ausgenommen wor-den, ermunterte ihn, in dieser Gattung fortzufahren, und so entstanden nach undnach s. andern komischen Heldengedichte: „Phaeton", „Das Schnupftuch" und„Murner in der Hölle". Für diese Gattung hatte Z. das meiste Talent; jedoch sinds. Werke fast in Vergessenheit gcrathcn, weil sie sich zu sehr auf Schilderung derModethorheiten besä; ranken, und die Darstellung oft gedehnt ist. Nachdem sich Z.1 Jahr in Götlingen aufgehalten hatte, ward er 1748 Lehrer am Carolinum zuBraunschweig und 1761 Prof, der schönen Wissenschaften; auch ward ihm dieAufsicht über die Buchhandlung und Buchdruckerei des Waisenhauses daselbst auf-getragen, die er, nebst der Herausgabe öffentlicher Blatter, mehre Jahre hindurchbesorgte. Er starb am 30. Jan. 1777. Z. zeigte als Lehrer und als Schriftstellerviel Thätigkeit. Nicht ohne Glück hat er sich auch in der beschreibenden Dichtkunstversucht; seine besten Gedichte dieser Art sind die „Tageszeiten" und „Die vierStufen des weiblichen Alters". Auch gelangen ihm musikalische Gedichte, die erzum Theil selbst in Musik setzte, und leichte, gefällige Lieder gar wohl. Überallzeichnet er sich durch reinere Sprache vor vielen s. Zeitgenossen aus, obwol ec nichtcvrrect war. Ec selbst lieferte auch eine deutsche Übersetz, von Milton's „VerlorenemParadies" in Hexametern, die aber matt, untreu und unharmonisch ist und keinenBeifall fand. Außer verschiedenen andern, zum Theil unvollendet gebliebenen Ge-dichten sind noch von ihm: „Fabeln und Erzählungen in Burkard Waldis'sManier" (Braunschw. 1771). Z. hatte den glücklichen Gedanken, das Andenkenunserer altern deutschen Dichter zu erneuern, und gab die nach s.Tode von Cschen-burg fortgesetzte Sammlung: „Auserlesene Stücke der besten deutsche» Dichtervon Opitz bis auf gegenwärtige Zeiten rc." (1. Bd. 1766, 2. Bd. 1771) heraus.Die erste vollständige Sammlung seiner poetischen Schriften erschien in 9 Bdn.(Braunschw. 1763 u. 1765); eine 2. verbcss.Aufl. in 2 Bdn. (Braunschw. 1772).Nach s.Tode gab Eschcnbnrg noch einen Band hinterlassener Schriften (1781)heraus.
Zadoc (Sadoch, s. Saducaer.
Zaftleeven oder Sachtleevcn (Hermann), einer der größten Malern der Gattung der landschaftlichen Prospekte, geb. 1609. Er leble und starb zu