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12 (1830) W bis Z
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L'imenes (A'ugustm Louis, Marquis de)

Regent von Cafliflen für seinen minderjahr. Enkel, den nachmaligen Kaiser Karl V,Auch hierbei halte L. durch sein Ansehen und seinen Einfluß viel mitgewirkt. Ec er- lhielt vom Papste den Cardinalshut, wurde zum Großinquisitor von Spanien er-nannt und bekam einen großen Antheil an den Staatsgeschäften. Da er aber Fer-dinands mißtrauische Denkart kannte, verließ er den Hof und ging in sein Erzbis- !ithum zurück. Die Bekehrung der Mauren und der Gedanke, diesen Ungläubige 'einige Provinzen zu entreißen, beschäftigte ihn vorzüglich. Er entwarf in kielaAbsicht den Plan, nach Afrika überzusetzen, um die Festung Oran wegzunehmer,die m den Händen der Mauren war, und der auch von Ferdinand genehmigt wurde.

L. wendete die Einkünfte seines Erzbisthums, des reichsten in Europa es brachejährl. 300,000 Dukaten ein zu diesem Zuge an. Eine Meuterei, welche umaeinem Theile der Truppen entstand, dis keinen Geistlichen zum Anführer habenwollten, dämpfte er augenblicklich durch Strenge. Im Mai 1509 landete er ander Küste von Afrika. In erzbischöflicher Kleidung, über derer einen Harnisch trug,von Priestern und Mönchen, wie bei einer geistlichen Procession, umgeben, führteer selbst das gelandete Heer an. Es erfolgte bald in der Nähe von Oran eineSchlacht, in welcher die Mauren besiegt wurden. Die Festung wurde sofort erobert,und die Besatzung derselben niedergemacht,. ließ Oran neu befestigen, verwan-delte die Moscheen in Kirchen und kehrte dann als Sieger nach Spanien zurück, woihn Ferdinand feierlich empfing. Ais dieser 1516 starb, und sein Enkel Karl nochminderjährig war, wurde L. Regent von Spanien und bewirkte während dirsir ^nur 2 Jahre dauernden Regentschaft außerordentlich viel. Er brachte Ordnung indie Finanzen, bezahlte die Kronschülden und brachte die veräußerten Domainen wie-der an die Krone. Die span. Großen, die ihn wegen seiner stolzen und harten Be-handlung haßten, demüthigte er. Er stellte das Ansehen der Gesetze wieder huund setzte die span. Kriegsmacht auf einen respectablcn Fuß. Alle seine Entwürfeund Ideen waren groß. Er besaß viel Klugheit und Standhaftigkeit, war langsamin seinen Entschließungen, aber schnell in der Ausführung. Das span. Cabmethatte ihm noch lange nachher das Ansehen zu danken, in welchem es in Europastand. Daß er die Wissenschaften sehr beförderte, ist schon oben erwähnt worden.

L. war ein wahrhaft großer Mann. Man hat ihm nicht ganz ohne Grund Sich,Harte und selbst Grausamkeit vorgeworfen, aber die Umstände machten ein solchesBetragen bisweilen nothwendig; seine Strenge war vorzüglich gegen die Anmaßun-gen der Großen des Reichs gerichtet. Bei verschiedenen Gelegenheiten zeigte er sichals Menschenfreund, und selbst sein Religionseifer verleitete ihn nicht zu Grausam-keiten. Als er beim Einzüge in das eroberte Oran die Menge der erschlagenen Fcmdrsah, vergoß erThranen.Eswaren Ungläubige", sagteer,aber Menschen, di-man zu Christen machen konnte; ihr Tod hat mir den größten Bortheil des S'egsentrissen". Sein Leben und die Geschichte seiner Staatsverwaltung ist von verschie-denen Schriftstellern beschrieben worden; s. unter andernllwtoire du Oarilina!Ximenes, par 1'lövllier, evoguv «Io Xismes" (Amsterdam 1700);Historie vondem Staatsministerio des Cardmals Limenes" (Hamburg 1791).

Limenes (Augustin Louis, Marquis de), ein bekannter franz. Dichter,aus einer ursprünglich span. Familie, geb. zu Paris d. 28. Febr. 1726, war m s.Jugend Soldat und focht in der Schlacht bei Fonkenay (11. Mai 1745); dann bil-dete" er sich durch den Umgang mit den ausgezeichnetsten franz. Gelehrten des 18. >.Jahry.; vorzüglich war er mit Voltaire eng verbunden, welcher mehrmals in dieAusgaben seiner Werke Verse von L. aufnahm. L. schrieb einige Trauerspiele, §u. a.Don Carlos", ein Gedicht:Oosar au senat roiuain", und ein andres, i» ^welchem er den Gedanken ausfährt, daß die Wissenschaften ebenso zu dem Ruhme ,Ludwigs XIV. beigetcagen haben, wie dieser Monarch zu ihren Fortschritten. Zweiviseours" von ihm, der eine zum Lobe Voltaire's, der andre über den Einfluß Boi-leau's aufs. Jahrhundert, werden geschätzt. Auch schrieb erl-ettre« »urlaMi-