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12 (1830) W bis Z
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401
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Wurmser 401

Großes gewagt wurde; aber beide Armeen beunruhigten sich häufig in den Winter-quartieren, besonders an der Grenze von Schlesien und der Grafschaft Glatz. Ge-qen letztere und gegen Glatz selbst beschloß W. eine Unternehmung. Es gelangs,m (18. Jan. 1779), die Preußen in Habelschwerd zu überwältigen und viele Ge-fingrne zu machen fast der einzige bedeutende Vortheil, den die Östreichcr in die-sem Kriege über die Preußen erhielten, aber gegen Glatz selbst konnte er nichtsMuhren. Die Preußen rückten verstärkt vor, und der am 8. März geschloffeneWaffenstillstand, auf welchen der Friede zu Teschcn folgte, machte allen Unterneh-mungen ein Ende. W- ward in der Folge zum conrmandirenden General in Gali-zien , und 1787 zum General der Cavalerie ernannt. Beim Ausbruche des franz.Revolutionskrieges erhielt ec den Auftrag, ein Armeeccrps im Vreisgau zusam-menzuziehen. Er ging am 31. März 1793 bei Ketsch, zwischen Manheim undGxeier, über den Rhein, griff am folgenden Tage den franz. Nachtrab unter Cu-stine an und ließ seine Vorposten bis Landau streifen, welches er, doch ohne Erfolg,^sauffoderte. Sein Hauptquartier war hierauf zu Speier, wo das Condv'sche Corps/ sich mit ihm vereinigte. Am 13. Oct. eroberte er, in Verbindung mit dem Herzogv"n Braunschweig, die berübmten weißenburger Linien. Durch nachfolgende min-der glückliche Gefechte ward er (im Dec.) genäthigt, über den Rhein zurückzugehen,im Jan. 1794 von seinem Corps abgerufcn, bei welchem der Prinz von Waldeck1 einstweilen in seine Stelle trat. Im Aug. 1795 kam er wieder zum Heere, undt nachdem die Französin am 23. und 29. Oct. bei Manheim geschlagen worden wa-s ren, griff er diese Festung an, die sich ihm am 22. Nov. ergab. Nachdem im Dec.l 1795 zwischen den Deutschen und Franzosen ein Waffenstillstand abgeschlossen wor-sidm, nahm W. sein Hauptquartier zu Manheim. Am Rhein herrschte bis zumMai 1796 eine fast gänzliche Unthätigkeit; desto lebhafter wurde der Krieg in Ita-lien geführt. Beaulieu, der sich mit dem östr. Heere bis in daS Tirol hatte zurück-izichen müssen, legte den Oberbefehl desselben nieder, und W. trat an seinen Platz.« Er traf am 1. Juli 1796 im Hauptquartiere zu Trient ein, machte sogleich An-stallen zum Vordringen, um das von den Franzosen blockirte und von Vukassowichtapfer verthcidigte Mantua zu befreien, und vertrieb die Franzosen aus verschiedenenStellungen. Diese hoben zwar die Blockade von Mantua auf, erhielten aber (3.;Md5. Aug.) entscheidende Vortheile über die getheilten östr. ArmeecorpS, die sich! über die Etsch zurückziehen mußten. Dennoch drang W. unter verschiedenen Gefech-ten bis Mantua vor, wo er am 13. Sept. ankam. Am 30. warf er sich, von denFranzosen gedrängt, in die Festung, welche nun aufs Neue blockirt wurde. Zwarmachte er verschiedene glückliche Ausfälle, aber die Schlacht bei Arcole (15. Nov ),>ro die Ostreicher unter Alvinzp geschlagen wurden, halte auch die Folge, daß Man-llia enger eingeschlcssen wurde. Der Verlust der Schlachten bei Rivoli und bei ders ,Favorite unweit Mantua (14. und 16. Jan. 1797) verschlimmerte die Lage diesers Festung, von deren Schicksal das Schicksal Italiens abzuhängen schien. Die Unmög-lichkeit eines Entsatzes, Mangel an Lebensmitteln und besonders an Arzneien bei «in-gerissenen Seuchen nöthigten endlich den Feldmarschall am 2. Febr., Mantua, nach ei-I ner Blockade von 9 Monaten, an den franz. General Serrurier zu übergeben. FürD W war die Capitulation sehr ehrenvoll, und der franz. Obergeneral Bonaparte ließU ibm in seinem Berichte an das Direktorium volle Gerechtigkeit widerfahren. Der" 73jährige Held ging nach der Übergabe von Mantua nach Wien und wurde zum c?m-m-mdirenden General in Ungarn bestimmt. Ehe er aber noch diesen Posten antretenkennte, starb er zu Wien an den Folgen der in der Vertheidigung von Mantua sichjngezogencn Krankheit. Diesem tapfern und einsichtsvollen Felds errn gebührt auchbas Lob eines edelmüthigen und freigebigen Mannes. Einen Beweis seiner Toleranzgab er dadurch, daß er in Prag einen Gottesdienst für die Protestant. Militairs einrich-ll» ließ, ehe noch die dasigen Lutheraner ihren eignen Gottesdienst erhielten.Coiw.,tzex. Sieben!«Ausl. Bd. XIl.-j- 26