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12 (1830) W bis Z
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10 Wachsmalerei Wachteln

dessen denselben heimlich noch einmal für sich nachgemacht, und ging damit nachFrankreich, wo er die Sache für s. Erfindung ausgab. Er starb kurz darauf. DeNoneS nabm einen andern Wachsbossircr, Namens de la Croix aus Frankreich, zusich, der den erwähnten Leichnam nach allen s. Lheilen sehr schön in Wachs bossirte.1721 ließ P. la Courege dergleichen Figuren in Hamburg sehen, und 1737 wurdenandre in London zum öffentlichen Verkauf ausgestellt. Merkwürdig sind in diesemFache die Arbeiten von Ercoie Lelli, Giovanni Manzolini und dessen Frau, AnnaManzolini, welche sonst in dem Institute zu Bologna aufbewahrt wurden, unddann nach Paris kamen. Von der Anna Manzolini, die 1755 starb, befinden sichschöne Arbeiten in Turin und Petersburg. Neuere Wachskünstler in Italien sind:L. Calza, Filippo Balugani und Ferrini. Der berühmte Fontana in Florenzerhob diese Kunst zu einem hohen Grade von Vollkommenheit. (S.Ideen überdie beste Anwendung der Wachsbildncrei, nebst Nachrichten von den anatomischenWachSpräparatcn in Florenz, und deren Verfertigung, für Künstler, Kunstliebha-ber und Anthropologen", von v. Engelbert Winkelhausen. Franks a. M. 1798,)Da nämlich anatomische Präparate so schwer zu erhalten sind, so wandte FelixFontana allen Fleiß an, dergleichen Stücke in Wachs nachzubilden, und es gelangihm, dieses Unternehmen so weitauszudehnen, daß er, wegen der vielen Bestel-lungen, eine ganze Gesellschaft Anatomiker, Modellschneider, Wachsbossirer undMaler beschäftigen konnte. Doch waren größtcntheils nur die Eingeweide und in-ner« Theile Gegenstand dieser Präparate. Der Proscctvr M. Vogt in Wittenbergsuchte nach genauen Zeichnungen auch die Verästelungen der Gefäße und der Ner-ven künstlich so darzustellen, und er bediente sich dieser Präparate bei s Vorlesungen.In Frankreich gab sich Pinson mit dieser Kunst ab, und später zeichnete sich Lau-monier zu Neuen darin aus. Das Bossirwachs wird aus 4 Ehesten Wachs, 3Theilen weißem Tcrpcnthin und etwas Baumöl oder Schmalz zusammengeschmol-zen, und dann verschiedentlich gefärbt. Das Grobe der Figur wird mit den Händengeformt; die feinere Ausbildung geschieht mit Griffeln verschiedener Form, voni Holz oder Elfenbein; auch gießt man Figuren in Formen. Diese müssen von GypsVsein und aus vielen Stücken bestehen; sie werden inwendig mit Öl bestrichen undfest zusammengebunden; das Wachs wird durch eine an den Füßen gemachte Öff-nung in die Form gegossen, und diese wird später in kaltes Wasser geworfen, damitdas Wachs sich leichter ablöse. Das Wachs, woraus die Bildhauer ihre Modellemachen, besteht aus 16 Th. Wachs, 2 Th. burgunder oder Schusterpech und 1Th. Schmalz; oder aus 10 Th. Wachs, 1 Th. Terpenthin, ebenso viel Schustcr-pech und ebenso viel Schmalz; dies wird bei langsamem Feuer geschmolzen, wohl-gerührt und durchgesciht, damit die Masse dicht und ohne Luft sei. Sehr passendist das Wachs zu Abdrücken in Stein geschnittener Figuren. Man bereitet es fol-gendermaßen dazu: Zu einer Unze Jungfernwachs, welches man in einem kupfer-nen Gefäße langsam schmelzen läßt, thut man ein Quentchen fein gestoßenen Kan-diszucker, eine halbe Unze noch einmal ausgebrannten Ofenruß und 2 bis 3 Tro-pfen Terpenthin. Will man einen Abdruck nehmen, so wärmt man dies Wachsund drückt den ein wenig angefeuchteten Stein darauf. Dieser Composttion bedie-nen sich besonders die Steinschneider bei ihren Arbeiten. >V1.

Wachsmalerei, s. Enkaustik.

Wachteln sind kleine 3pfündige Handgranaten, welche aus 60- und 100-pfündigen Mörsern, auch aus Steinpöllcrn geworfen werden, und ihre Benennungvon dem Zischen, das sie beim Zerspringen verursachen, erhalten haben. In einen60pf. Mörser werden deren 40, und in einen lOOpf. 60 Stück geladen. Die Rich-tung ist 45 Grad. Sie dienen hauptsächlich, um vor Anfang eines Sturms denFeind aus dem verdeckten Wege zu treiben, oder auch die ausgestellten Feucrpostenzu verjagen. Der franz. Arlstlerieossicier Vergucil ist ihr Erfinder. 1758 kam ihr