Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
VIII
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darauf beschrankt, aus dem Gebiete der Geographie, Geschichte, Mytho-logie, Naturlehre und der schönen Künste diejenigen Gegenstände aus-zuwahlen, von welchen sie annahin, daß sie für den Kreis ihrer Leser,den sie aber sehr niedrig gezogen hatte, paßten. Die neue Redactionfand dieses Ausgewählte durchaus unzureichend, und auf dem jetzigenStandpunkte der Gesellschaft und der Wissenschaft nur selten nochbrauchbar. Das Vorhandene erfoderte also zuerst Erweiterung und niei-stenthcils eine durchaus neue Bearbeitung. Außerdem glaubte die jetzigeRedaction vor Allem die Biographie sehr erweitern und auf lebendemerkwürdige Zeitgenossen insofern diese in der Literatur oder derWelt zu den sogenannten public clurrnctcis gehören ausdehnen zumüssen; nicht minder glaubte sie aus dem Gebiete der Politik undDiplomatik, der neuesten Zeitgeschichte, der Staatswirth-schaft, der Neligionsphilosophie, der Rassischen und derneuen europäischen Literatur, der Archäologie, der Anthro-pologie und populairen Medicin, der Mathematik, denNatur-, Handels- und Kriegswissenschaftcn, und selbst derJurisprudenz die wichtigsten Gegenstände, welche zu der mündlichenUnterhaltung oder Lecture für höher gebildete Cirkel oder Individuensich eignen konnten, auf eine angemessene, zwar einfache, jedoch niezum Gemeinen hcrabsinkende, immer den neuesten Standpunkt bezeich-nende Weise abhandeln zu müssen.

So schwierig die so gefaßte Aufgabe schon an und für sich war,so wurde sie es dadurch noch mehr, daß sie in einer kleinen Bandczahlgelöst werden mußte; daß ferner eine Vereinigung über die Artikel,welche man zu geben habe, kaum möglich war, wenn man auf diegroßentheils sich widersprechenden Federungen jedes Einzelnen Rücksichtnehmen wollte; daß endlich das Ganze in einer möglichst kurzen Zeitausgeführt werden mußte, wenn cs harmonisch ausfallcn, und wenndem Fehler aller ähnlichen zeithcrigen Wörterbücher und Encyklopadien,deren Anfang nirgends zum Ende und kaum zur Mitte paßte, wodurchnothwendig ihre Brauchbarkeit sich verminderte, begegnet werden sollte.Überdies glaubte der Unternehmer, dem Werke einen so niedrigen Preisgeben zu müssen, daß cs Jedem, der seiner intellektuellen Cultur nachzu den gebildeten Standen gehört, zugänglich sei.

Man wird zugestehen, daß Muth und Vertrauen zu sich selbst undzum Publicum, Kenntniß der Welt, der Zeit und der Literatur, undeine große Thallgkcit und Ausdauer dazu gehörten, um mit den be-schrankten Mitteln, die damals dem Unternehmer zu Gebote standen,an die Lösung dieser so gestalteten Aufgabe zu gehen, zumal in der be-denklichen Zeit von 1812, der 2 Kriegsjahre folgten, die für literarischeUnternehmungen nirgends günstig waren und Alles doppelt erschwerten.

Als nun zur Ausführung geschritten wurde, bestimmte der Heraus-geber die Bandezahl der zweiten Auflage anfangs wieder auf 8, inder Folge jedoch, bei dem so sehr erweiterten Plane des Werks, auf10 Bände; zugleich verstärkte er, aus demselben Grunde, diese Bandevon 36 nach und nach bis auf 60 und mehr Bogen; auch ward vonihm eine solche raumbenutzcnde Einrichtung des Drucks gewählt, daßder Bogen noch einmal so viel faßte als früher.

Die Ausgabe, das ganze Werk in etwa 2 Jahren zu vollenden, undihm dadurch die erfoderliche Einheit zu geben, gehörte zu den schwierig-sten, wie nur Derjenige ganz bcurlhcilen kann, der sich je mit der Rc-