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Leute, die nicht die feine Verstellungskunst völlig innehaben, und Andere mit Fleiß hintergehen wollen, entdecken unsgemeiniglich das Generelle ihrer ganzen Dcnkungsart bei derersten Zusammenkunft. Wer also der Neigung eines Andernschmeicheln, und sich in dieselbe schicken lernen will, der mußbei der ersten Zusammenkunft genau Achtung geben; dort findetman gemeiniglich die bestimmenden Punkte der ganzen Den-kungsart vereinigt.
Es gibt Menschen, die sogar in ihren Worten und Aus-drucken etwas Eigenes haben, (die meisten haben wenigstensetwas, das ihnen eigen ist,) da doch Redensarten durch einelange Mode so und nicht anders sind. Solche Menschen sindimmer einer Aufmerksamkeit würdig; es gehört viel Selbstgefühlund Unabhängigkeit der Seele dazu, bis man so weit kommt.Mancher fühlt neu, und der Ausdruck, womit er dieses GefühlAndern deutlich machen will, ist alt.
Es ist zum Erstaunen, wie wenig oft dasjenige von unsgethan wird, was wir für nützlich halten und was auch leichtzu thun wäre. Die Begierde, geschwind viel wissen zu wollen,hindert oft die genauen Untersuchungen; allein es ist selbst demMenschen, der dieses weiß, sehr schwer, etwas genau zu prüfen,wenn er gleich überzeugt ist, er komme, ohne Prüfung, auchnicht zu seinem Endzweck, viel zu lernen.