115
* der Tugend dadurch befördern. Eine große Fertigkeit im Divi-
* dire:>, und zwar nach der Methode, die man über sich divi-
^ diren nennt, die ich bei jemand bemerkte, brachte mir zuerst
^ Lust zur Rechenkunst bei; ich dividirte mehr der eiförmigen Ge-
stalt der Rechnung wegen, als aus einer andern Absicht. Ichhabe ein paar junge Mathematiker gekannt (die in der Folge
» ihre Namen berühmt gemacht haben), die ein Vergnügen darin^ fanden, die Worte und in dem Lslcul auszu-
^ sprechen, daß ich nicht zweifle, daß kleine Nebenergötzlichkeiten,die sie in dergleichen Vorstellungen fanden, Ihren Fleiß muntererhalten haben.
« --
" Wir finden nur alsdann Vergnügen, wo wir Absicht be-
merken; wenigstens ist das der Fall bei den Gegenständen desAuges und des Ohres: der Flügel eines Schmetterlings gefiel^ uns anfangs wegen der regelmäßigen Farben; bald wurden wirdieß gewohnt, und nun gefällt er uns wieder, wenn wir sehen,daß er aus Federn besteht. So gefällt uns der Quarz mehrals der unförmliche Sandstein. Wir müssen daher das Regel-E müßige und Zweckmäßige in den Dingen aufsuchen, um uns
>> Vergnügen zu erwecken.
-
Ä Was ist es, das da macht, daß wir uns zuweilen eines
O geheimen Kummers standhaft einschlagen können, indem die
Vorstellung, daß wir unter dem Schutz einer höchst gütigenVorsicht stehen, uns aufrecht erhält, — und daß wir dennoch in
8 '