Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

96

Nach einiger Zeit bemerkte ich mit großer Deutlichkeit, daß iches gar nicht gewahr geworden war, daß sich die Sprache, inder ich las, verändert hatte. Es war mir, als hätte ich immerFranzösisch, oder immer Englisch gelesen. Ich bin überzeugt,wäre ich während dieser eingetheilten Aufmerksamkeit auf diesenGegenstand genöthigt gewesen, ein deutsches Buch nachzuschla-gen, so würde ich auch hier den Übergang nicht bemerkt haben,denn diese Sprachen sind mir, was das bloße Verstehen, zumalin einer physikalischen Materie, wie diese war, angeht, ungefährgleich geläufig. Man kann dieß wohl, ohne den Vorwurf vonRuhmredigkeit zu befürchten, von sich sagen, da es gewiß inDeutschland Unzählige geben mag, die sich in demselben Fallebefinden. Und weßwegcn führe ich dieses hier an? Um folgen-der Betrachtung willen: Ist es gut und Vortheilhaft für unsernGeist sich so zu gewöhnen? ich kann es unmöglich glauben.Ich ziele hierbei nicht auf den Zeitverlust, denn der ist offenbarsehr groß, sondern ich glaube, daß es auch sonst in psychologi-scher Rücksicht schädlich ist, so vielerlei Zeichen für dieselbe Sacheim Kopfe zu haben. Es könnte da viel besser eine neue Qua-lität stehen, wo jetzt ein neues Zeichen für eine alte steht. Sowie ich aus dem englischen Werke zu dem französischen über-ging, mußte gleich ein ganz anderes Register gezogen werden,und doch merkte ich das nicht. Ich wünschte dieses untersuchtzu lesen.

Es ist wohl gewiß, daß man über eine Sache sehr richtig