Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

bleibt die Frage übrig: wer hat Recht, der, welcher glaubt, erwerde betrogen, oder der es nicht glaubt? Unstreitig hat derRecht, der glaubt, er werde nicht betrogen. Aber das glaubenauch beide Parteien nicht, daß sie betrogen werden. Sobaldich es weiß, so ist es kein Betrug mehr. Die Erfindung derSprache ist vor der Philosophie hergegangen, und das ist es,was die Philosophie erschwert, zumal wenn man sie Andernverständlich machen will, die nicht viel selbst denken. DiePhilosophie ist, wenn sie spricht, immer genöthigt, die Spracheder Unphilosophie zu reden.

Es ist gewiß sehr schwer, zu sagen, wie wir zu dem Begriffaußer uns gelangen, da wir doch eigentlich bloß in unsempfinden. Etwas außer sich empfinden, ist ein Widerspruch;wir empfinden nur in uns; das, was wir empfinden, ist bloßModifikation unser selbst, also in uns. Weil diese Verände-rungen nicht von uns abhängen, so schieben wir sie andernDingen zu, die außer uns sind, und sagen, es gibt Dingeaußer uns. Man sollte sagen nos, aber dem /»-aelc,-

snbstituiren wir die Präposition erd--«, die etwas ganz Anderesist; das ist, wir denken uns diese Dinge im Raume außerhalbunser; das ist offenbar nicht Empfindung, sondern es scheintetwas zu sein, was mit der Natur unseres sinnlichen Erkenntniß-vermögens innigst verwebt ist; es ist die Form, unter der uns>ene Vorstellung des prsotor nos gegeben ist — Form der Sinn-lichkeit.