Druckschrift 
Th. [1.] (1842)
Entstehung
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Er st es Capitel.

Ueber Gustaf Adolfs Jugend.

Am Jahre 1594 den 9. December, Morgens n,n halb acht Uhr,ward auf dem Stockholmer Schlosse Herzog Gustaf Adolf gebore»,der älteste Sohn des Königs Karls IX. und seiner zweiten Ge-mahlin, Christina von Holstein.

Man richtete zu jener Zeit noch große Aufmerksamkeit aufdie Geburtsstnnde eines Menschen. Mehrere Sterndeuter getrautensich in dieser Beziehung, aus der Stellung der Himmelskörper,dem jungen Herzoge ein glänzendes und glückliches Leben prophe-zeihen zu können. Man deutete auch auf ihn eine Prophezeihungdes berühmten Tycho Brahe. Im Jahre 1372 hatte nehmlichein vorher nicht gesehener Komet aus dem Sternbilde Kaffiopeahervorgeleuchtet. Der genannte Forscher hatte bei dieser Gelegen-heit vvrhergesagt, in Finnland werde ein Prinz geboren werden,welcher künftig große Veränderungen im deutschen Reiche verur-sachen , und die Evangelischen von der päpstlichen Tyrannei befreienwerde. Anfangs legte man wenig Gewicht auf diese Prophe-zeihungen; doch ihr Ruf stieg immer mehr, je mehr sie in Er-füllung zu gehen schienen. Auf die gewohnte Weise ward dasFehlende hinzugefügt und das Unrichtige berichtigt, und baldwollte man in den Sternen die kleinsten Lebensbegebenheiten desgroßen Königs vorhergelesen haben!

Als ein Erbtheil seiner Eltern hatte Gustaf Adolf einenstarken Körper erhalten, welcher durch eine sehr mäßige und ein-fache Lebensweise während der Zeit seiner Erziehung noch mehrabgehärtet ward. Selbst in der strengsten Jahreszeit folgte erseinen Eltern auf langen Reisen, weil jene ungerne den erfreuendenAnblick von des Sohnes früzcitig hervorleuchtenden Anlagen undTugenden entbehrten.

Schon als Kind zeigte Gustaf Adolf eine unerschrockene Ge-müthsart und eine große Neigung für den Krieg und Alles,was dazu gehört. Als fünfjähriger Knabe folgte er seinem Vaterzu der Belagerung von Kalmar. Man fragte ihn, welches von