Druckschrift 
Th. [1.] (1842)
Entstehung
Seite
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Einleitung zu der Uebersetzung.

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dadurch eingeschüchtert, daß der ganze Stand ein andrer gewordenzu sein schien und Keiner aus seiner Mitte es wagte, die Handauch nur von fern nach den Zügeln der Regierung auszustrecken,so lange er lebte. Nur seine Siechte hinsichtlich der Lehns- undErbgüter, wie des Rüstdienstes und mancher Einkünfte, welchedie Krone wieder in Anspruch nahm, fuhr er fort hartnäckig zuvertheidigen, und lag darüber in einem beständigen Streite mitdem Könige.

Auch mit der Geistlichkeit hatte Karl manchen Kampf zubestehen, da er auch hier seine ordnende Hand nicht weglassenkonnte, und dagegen von ihr einer heimlichen Vorliebe für denCalvinismus beschuldigt ward.

Karl starb zu früh für seinen Ruhm, 1611. Zwar war er60 Jahre alt; aber er hatte spät begonnen, da man seine selbst-ständige Regierung doch erst von Sigismunds Flucht an rechnenkann. Wer in einer solchen Zeit der Verwirrung, Unordnung,Gesetzlosigkeit, ja Zügellosigkcit, wie die nach Eriks und JohannsRegierungen in Schweden war, als Ordn er auftritt, wird leichtzum blutigen Scharfrichter, am leichtesten wenn er einen so strengenund harten Charakter hat wie Karl. Wie sehr wir ihn auch darumtadeln, so müssen wir ihm doch die Gerechtigkeit widerfahren lassenzu gestehen, daß er sich nie der Hinterlist bediente, um seine Feindezu verderben, sondern ihnen stets offen mit dem gezogenen Schwertentgegentrat. Nie ist es ihm eingefallen, sich gegen irgend Jeman-den des Meuchelmordes zu bedienen. Eriks Vergiftung konnte erJohann III. lange nicht verzeihen, und des letzter» Sohn Johann,der doch ein so gefährlicher Sammelpunkt für die Unzufriedenen imLande hätte werden können, war nicht nur sicher vor ihm, sonderner erfüllte auch gegen denselben alle Pflichten eines nahen Anver-wandten, und rieth sogar seinem Sohne Gustaf Adolf, demselben zuweichen, wenn er künftig auf seinen Siechten bestehen sollte. Genug,'Alle fürchteten und Viele haßten ihn, aber Keinem konnte es jemalseinfallen ihn zu verachten.

Ich sagte, er sei zu früh für seinen Ruhm gestorben; insofern nehmlich als das Schicksal ihm nicht Zeit ließ, das durchihn Umgestürzte besser wieder aufzubauen, und die ausgestreutenSaaten durch sorgfältige Pflege zur Reife zu bringen. Doch waser nur begonnen hatte, das führte sein großer und edler Sohnim schönern Sinne fort, so weit die auch ihn beinah fortwährendin Anspruch nehmenden Kriege eS zuließen; und gewiß im Vor-gefühl hiervon Pflegte Karl manchmal, die Hand auf dem Hauptdes jungen Gustaf Adolfs, zu sagen: ,, III« kuciot! Er wird esthun!"

Daß und wie er es gethan, werden wir jetzt sehen.