25
Ueber Gustaf Adolfs Jugend.
den Fahrzeugen, die im Hafen lagen, ihm am besten gefalle.„DaS dort," antwortete er, und zeigte auf ein großes Kriegs-schiff, der schwarze Reiter genannt. Als man die Ursachedieser Vorliebe wissen wollte, erwiederte er: „Ei darum, weiles die meisten Kanonen hat!" — Ein audresmal spatzierte ermit seinem Vater auf der Wiese bei OerstigSnäs außerhalb Ny-köping umher. Die Wärterin warnte ihn, nicht ins Gebüsch zugehen, weil es dort Schlangen geben konnte. — „Gib mireinen Stock," rief der Knabe lebhaft, „so will ich sie todt-schlagen!" — „Glaub' ihm nicht, er fürchtet sich!" sprach deralte König, der vergnügt das Gespräch anhörte. — KriegerischeSpiele waren des Prinzen größtes Vergnügen, sowohl mit seinemBruder Karl Philipp, wie mit andern Knaben; und als er seinenVater auf dem liefländischcn Feldzuge begleitete, sah man ihnmit der größten Aufmerksamkeit die Bewegungen der Truppen,die Aufführung der Festungswerke und dergleichen betrachten.„Sehet da," sangen die Skalden von dieser Reise, „den altenAdler, der bei Zeiten den jungen aus dem Neste hinausführt,daß er sich an Kampf und Heldenthaten gewöhne!"
Mit diesem ausgezeichneten Muthe verband Gustaf Adolf eineeben so ausgezeichnete Milre des Charakters, welche indessen keines-weges als ein Erbtheil von seinen Eltern angesehen werden konnte!Er war der Einzige im königlichen Hanse, der sich Mühe gab denVater zur Schonung zubewegen, und dein es auch manchmal ge-lang , und schon als Kind gewann er sich durch solche Eigenschaftenmanches Herz; so wie auch durch seine frühzeitig bewiesne Freige-bigkeit, wovon man manche Beispiele erzählt. Ein Bauer schenkteihm einst ein kleines öländisches Pferd. Der fünfjährige Prinzzählte alsobald dem Manne einige ungarische Gulden hin, und sagte:„Da hast du deine Bezahlung! Du magst wohl Geld nöthig haben,und willst mir doch vermuthlich das Pferd nicht umsonst geben."
Gustaf Adolf bewies bei seinen Studien sowohl ein ausge-zeichnetes Fassungsvermögen wie Ordnung und Fleiß. Frühzeitigreif für höhere Beschäftigungen, hatte er beinah nie die gewöhn-lichen Kinderfreuden gekannt. Jagd und kriegerische Spiele warenseine einzige Zerstreuung; außerdem war er eifrig beschäftigt sichzu unterrichten, oder lauschte aufmerksam dem Gespräche ältererPersonen über die Angelegenheiten des Staates. „Er war,"