Druckschrift 
Th. [1.] (1842)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung zu der Übersetzung.

15

Vathor von Polen kinderlos starb, wußte dessen Wittwe, KatharinaJagcllonica's Schwester, die Wahl auf ihren Neffen Sigismundzu lenken. Dieser nahm auch nach langem Unterhandeln mit denPolen die Krone an, unterschrieb eine durch Erik Sparre imNamen des schwedischen Avels verfaßte schriftliche Uebereinkunftdarüber, wie künftig Sigismund als König beider Reiche, nehmlichPolens und Schwedens, sich zu verhalten habe und reiste 1587ab. Aber er bereute nur zu bald diesen Schritt! Es ist bekannt,welch ein gequältes Dasein das eines Königs von Polen war, undvollends für Sigismund, der von Natur träge und unthätig war.Bald schrieb er die jammervollsten Briefe an seinen Vater, der,ihn auf seine leidenschaftliche Weise liebend, ihn nur ungern nachPolen entlassen hatte, und nun gleich heimlich beschloß, ihn nachSchweden zu entführen und dann nie wieder von sich zu lassen!Zu diesem Endzweck schlug er seinem Sohne eine Zusammenkunftin Neval vor, welche auch 1589 zu Stande kam. Doch kaumverbreitete sich unter dem zahlreich anwesenden polnischen undschwedischen Adel das Gerücht, daß Johann seinen Sohn mit nachSchweden nehmen wolle, so erhob sich der eine wie der andregleich heftig dagegen. Die Polen verlangten, daß Sigismundihnen unverzüglich nach Polen folgen solle, da eben Nachrichtgekommen, daß die Tartaren ins Land gefallen wären, und dieSchweden kündigten dem Könige geradezu den Gehorsam auf,wenn er durch eine so unbesonnene -Handlung dem Lande einenneuen Krieg zuziehe, welcher nothwendig erfolgen müsse. Dieschriftliche Vorstellung, welche bei dieser Gelegenheit die schwedischenNathSherren einreichten, schildert den Zustand des Landes in dentraurigsten Farben. „Die Noth", heißt eS unter andern,, „sei nunnach den langen Kriegen so hoch gestiegen, daß das Reich nichtsmehr zu geben habe; während der harten Zeit der letzten Jahre seienviele Leute, Pferde und Vieh vor Hunger umgekommen; wo ehe-mals fruchtbare Aecker und Wiesen gewesen, wuchere jetzt wilderWald; manche die früher als wohlhabende Bauern gelebt, liefen jetztmit Stab und Sack bettelnd umher; unter der Geistlichkeit herrscheUneinigkeit, der Liturgie wegen; das nicht besoldete Heer sei mißver-gnügt. Erleichterung der Lasten sei oft versprochen, aber nie ge-halten worden, die ungeschickte und verschwenderische Hofhaltung,ohne Ordnung und Gehorsam, die große» Bauten, Schlösser und