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Einleitung zu der Uobersetzung.
seinen Ansprüchen ein Unabhängigkeit immer weiter, so baß erzuletzt die königlichen Gerechtsame in seinem Herzogthmne garnicht mehr anerkennen wollte, und nur mit Mühe der Ausbruchvon Feindseligkeiten zwischen den beiden Brüdern verhütet werdenkonnte, besonders nach dem Tode Beider Gemahlinnen, die großenEinfluß auf dieselben ausübten. Denn nicht nur Johann liebteseine erste Gemahlin Katharina Jagellonica ganz außerordentlich,sondern auch der sonst so unbeugsame und harte Karl hegte diezärtlichste Liebs zu seiner ersten Gattin. Er war 1577 selbstnach Deutschland gereist, um sich unter den deutschen Fürstinneneine Braut zu suchen, und sein Herz war von der erst fünfzehn-jährigen Prinzessin Maria von der Pfalz so ganz gefangen wor-den, daß er um ihre Hand warb, obgleich sie noch ein halbesKind war. Erst 1579 ward sie ihm vermählt, und führte mitihm, den sonst Niemand zu bändigen vermochte, eine sehr glück-liche Ehe. Durch ihre milde, liebevolle Tugend flößte sie ihmnicht nur eine eben so innige als treue Liebe ein, sondern wußteihn auch von manchem gewaltsamen Schritts zurückzuhalten unddem Bessern in ihm oft den Sieg zn verschaffen. Nach ihremleider schon 1589 erfolgten Tode verhärtete sein Herz immer mehr.— Katharina Jagellonica starb schon 1583; auch sie hatte Jo-hanns Heftigkeit oft gestillt und ihn von zornigen Ausbrüchengegen seinen Bruder zurückgehalten. Mit ihrem Tode wich über-haupt der Geist des Friedens immer mehr aus Johanns Seele,obgleich sie freilich dadurch, daß sie seinen Uebertritt zum katho-lischen Glauben veranlaßte, seine Stellung nur noch unsichrer undschwankender gemacht hatte. Wir müssen hier ein paar Schrittezurückgehen.
Gustaf Wasa hatte nehmlich in Schweden die Reformationeingeführt. Er war dazu theils durch besondere Vorliebe für dasLutherthum, welches er in Lübeck kennen gelernt hatte, theilsdurch Staatßgründe bewogen worden. Die Finanzen des Reicheswaren nehmlich, als er die Regierung antrat, in einem so elendenZustande, daß der Gedanke, sie durch Einziehen der Kirchen- »ndKlostergüter zu verbessern, gewiß etwas sehr Verführerisches habenmußte! Genug, Vortheil und Ueberzeugung verbanden sich, Gustafwandte sich selbst an Luther, der ihm zwei junge Schweden,Olaus und Laurcntius Petri, welche seine Schüler in Wittenberg