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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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V. Gegenwärtige Lage und Bedürfnisse.

lig sind, und dessen Veränderung fordern, hat selten klare An-sicht von dem, was sie verlangt. Mit völliger Bestimmtheitwissen oder fühlen sie, was sie nicht wollen, mit gewaltiger un-widerstehlicher Kraft gehen sic darauf aus zu vernichten, unddieser Geist der Vernichtung wird nicht eher gebändigt, als bisdie Ucbel selbst besiegt sind, die denselben hcrvvrgerufen haben.Jeder Widerstand vermehrt ihn unbedingt; halbe Abhülfe kannihn verwirren, aber nicht beschwichtigen; und je verworrener,um desto schwerer wird er nachher zu leiten und zu regeln scyn.Diese Richtung finden wir selbst bei Völkern von großer politi-scher Bildung. Zerstörung ist überall Werk der Masse. Her-stellung des Bessern muß von Einzelnen geschehen. Dasselbeist auch bei uns der Fall. Die Erregung der Masse war durch-aus nur zerstörend, nur ein Widerstand gegen das Bestehendebeabsichtigt; was werden sollte, wußte niemand; denn mit demhohlen Worte Constitution war weniger als nichts gesagt. Alsin der Thronrede bestimmte Puncte hcrvorgehvbcn wurden, stiegdiese Lust am Zerstören eher, weil man glaubte, daß in dem,was hier gegeben werden sollte, nur Thätigkcit, nicht gründlicheBesserung des einmal verhaßten Systems sich darstelle. Alsdagegen in den Ständen und in der Regierung der Wille ernst-licher Besserung sich kund that, als man erkannte, daß es derZerstörung nicht mehr bedürfe, da sank die Aufregung. In ei-nem Lande, dem bisher die Mittel zu politischer Bildung sosehr gefehlt haben, konnte sich eine positive Richtung in derMasse durchaus nicht entwickeln. Wer aber die Geschichte derVölker kennt, der wird wissen, daß nichts verderblicher ist, alseine Aufregung ohne positive Richtung; daß kein Mittel ist,diese Gefahr abzuwenden, als das, ihr eine solche Richtung zuverleihen, und gegen das vorhandene Uebcl kräftige Hülfe zuschaffen. Nichts ist aber mehr im Stande die Gefahr hcrbeizu-rufcn als eigensinniger Widerstand, welcher der Lust am Zerstö-ren den Vorwand giebt, oder kraftlose Mittel, welche die Ver-hältnisse nicht fühlbar verbessern. In jenem Falle würde unbe-dingt der Geist der Gewaltthätigkeit sich gegen Diejenigen rich-ten, welche solchen Eigensinn üben möchten. Es würde nicht