27. Der Landtag.. Thronrede und Antwort. 117
ten: „ob sie denn nun auch noch hoffen wollten?" Selbst diegemäßigtesten, wohldcnkendstcn Freunde der Reform klagtenbitter über die Lage, in welche das Land gcrathe, fürchtetenErneuerung der Unruhen; denn wenn dies das letzte Wort seynsolle: so sey den Demagogen das Schwert in die Hand gelegt.
Viel besser wirkten die wahrhaft väterlichen Worte, die amAbend desselben Tages der Vicekönig zu den an seiner Tafelversammelten Standen redete. Der reinste, festeste Wille: daßes besser werden müsse, nur gehalten durch vielleicht zu bangeSorge, daß ein Geist der Anarchie wie in dem unglücklichenBelgien sich entwickeln möge, konnte sich nicht offner ausspre-chen. Den Mitgliedern der Versammlung war der Zweifel be-nommen. Aber die Thronrede war über das ganze Land ver-breitet und diese frei vom Herzen zum Herzen gesprochenenWorte blieben in den Wänden des Saales. Es war eine dertraurigsten Folgen mangelnder Preßfreiheit, mangelnden öffent-lichen Lebens, daß diese Worte nicht im ganzen Lande wicder-hallten.
Es schien nun die Absicht der Negierung den Verständigemsich also zu entwickeln. Unleugbar war vor dem Januar dieErhaltung des Vorhandenen allein erwogen, und neue Maaß-regcln nicht vorbereitet. Bis Mitte Januars erlaubte der Drangder Umstände kaum klare Ansicht, erst bis zum Ende Januarshatte die Gesinnung des Volks sich so weit ausgesprochen, daßdie Negierung, wenigstens der Herzog von Cambridge, dicNoth-wcndigkcit bedeutender Schritte erkannte. Es war viel wcrth,daß sofort der König selbst in Kenntniß gesetzt wurde. Aherunmöglich konnte die Regierung nun sogleich in bestimmten Zü-gen vorlegcn, was allgemein in höchster Unklarheit und Unbe-stimmtheit, ja auf staatsumwälzcrische Weise gefordert wurde.Die Antwort des Königs war zwar am 16. Februar bereits inHannover, die Deputation am 2l. zurückgckehrt; allein konnteman nur in dieser Zeit bestimmte Plane über Acndcrung derGrundverfassung entworfen und die bestimmte Genehmigungerhalten haben? Das war eben so wenig möglich. OhneZweifel aber erkannten auch viele Männer vom größten Ge-
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