84 III. Zustand der Verwaltung,
kann, als den, einen höchst fehlerhaften 8m>un, gun noch füreinige Jahre zu sichern, die Ucbcl desselben zu vermehren unddie Abhülfe durch Vereinigung zu erschweren. Man gründetezugleich einen Gcwcrbvcrcin. Allein dieser, statt in einer höchstdringenden Sache alles aufzubicten, um eine ins Einzelne ge-hende Kunde zu erhalten, weil gerade im Einzelnen überall undfast allein die Mittel liegen, blieb unthatig. Statt den Ein-zelnen in seinen Zwecken zu fördern, zu ermuntern, ihm dieHülfsnüttel, die der Verwaltung immer zu Gebote stehen, zugewahren, den Schutz, der heutiges Tags überall nicht mehrentbehrt werden kann, zu verschaffen, der Regierung Rath zuerthcilcn, kam cs nach 1^ Lehren so weit, einen Plan zurGründung einer polytechnischen Schule zu entwerfen, der vonden Standen 1830 genehmigt, reichlich dvtirt, aber erst jetztins Leben getreten ist, — So verging das Jahr 1829 ohneFrucht. 1830 immer mehr bedrängt von der Nothwcndigkeitkräftigerer Maaßregeln schloß man im Frühjahr den EimbeckcrVerein; allein auch hier sollte der Tarif der gemeinschaftlichenEingangsabgabcn erst gemacht werden, und wer die Verschie-denheit der Interessen in den vier Vcrcinsstaatcn kennt, derkann kaum bezweifeln, daß dieser Tarif auf zweckmäßige Weiseentweder nicht zu Stande gekommen, oder nicht ausgcführtseyn würde.
Der Hauptfehler in dieser Sache war, daß man sich stetsan Allgemeines hielt, wo nur im Einzelnen zu helfen ist, daßdas überall verbreitete, überwiegende Domanialintcrcssc derRegierung vielfach näher lag, als Förderung industrieller Un-ternehmungen , daß man die Zahl kleiner Handwerker zu un-mittelbarem Verbrauche unverhältnißmäßig vermehrte, währendman das Bedürfm'ß nicht vermehren konnte, und selbst dasVorhandene nicht zu sichern vermochte.
Es wird sich die Behauptung rechtfertigen lassen, daß woetwas zum Besten der Gewerbe geschah oder versucht wurde,nicht derjenige Thcil der Verwaltung, dem dies eigentlich an-heim siel, sondern die Finanzadministration es war, von derdieses ausging, und so ist es nicht zu verwundern, wenn im-