Druckschrift 
Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

16. Besetzung der Stellen. 73

Unbestimmtheit der Gehalte und Dicnstcmolumente. Es ist einin Hannover vvn langcrZeit herkömmliches Uebel, daß jeder Be-setzung eines bedeutenden Staatsamtcs eine Privatunterhaltungüber Gehalt, Wohnung, Emolumente u. s. w. vorhcrgcht.Durch diesen Mißbrauch geschah cs, daß fast jede Besetzung ei-nes Amtes für irgend jemand, der mehr forderte oder der we-niger erhielt, eine Kränkung befaßte; vor allem aber verdarbdadurch der Geist der Staatsdicner. Es giebt für den Staatkaum etwas gefährlicheres, als wenn die Beamten anfangcnden Dienst zunächst für eine Pfründe zu halten, mit der neben-bei auch ein Geschäft verbunden ist. Unter dieser Ansicht ist dasLehnswcscn ausgeartct und zu Grunde gegangen, das Volk hatcS nicht bemerkt und ist unterdrückt worden. Unter dieser An-sicht ist im Mittelalter die römische Kirche versunken und dasHeiligste zerrüttet. Aber im sechszchutcn Jahrhunderte ist dasVerderben des Volks durch eine Reformation abgckchrt, die dasverdorbene Bestehende auf seine Grundsätze zurückführte, undalso den einzigen Weg cinschlug, der einem zerrütteten ZustandeHeil bringen kann, der aber auch nur dann Heil bringt, wenner augcwendct wird, che cs zu spät ist, ehe man gezwungenwird die Grundsätze so weit rückwärts zu suchen, daß alles Ge-genwärtige, aller Besitzstand angegriffen werden muß *). Esist nicht zu leugnen, daß jene Ansicht des Dienstes in unsererganzen Bevölkerung tief eingewurzelt ist. Daher dies Drän-gen zum Dienste, daher dieser viclbcklagte Andrang zum Stu-dircn, den man mit allen Beschränkungen nicht hemmen, wohlaber zur gefährlichen Erbitterung steigern wird. Unverkennbarsind wir jenem gefährlichen Punctc nahe gekommen. Allem demwird aber abgcholfen, sobald das Amt wieder eine Last ist undkein Gewinn. Der Stand der Staatsdicner muß darauf Ver-zicht leisten, seine Kinder auf Kosten des Staats versorgen zukönnen. Es muß erkannt werden, daß die Pyramide des

*) 1'erelie voier levar via nno cliLoiclino ereseinlD in nnabliea, eil ^ei^nes!.o lare nna legge eiie rignarcla aksai iu6ie!.ro, e par-i.il.n male elmsidernlio, eil non kl 1'a allao eile accelevrn'cinel inule u eiivdiLori-line 1.1 eontluee. IVIaelüavelli OiLeorsi I. Z?«