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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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lll. Zustand der Verwaltung.

als Minister, nicht wie früher in der Stellung eines Abgesand-ten. Die unmittelbaren Berichte der Landdrvsten an den Kö-nig konnten noch mehr dazu dienen, diesen Minister über die an-dern zu stellen, je mehr ihn die Nahe des Königs schon ohnehinüber jene hob. Wahrhaft bedenklich aber war, daß Privatcor-rcspondcnzcn in dieser unregelmäßigen Obcrinstanz nothwcndigeinen großen Einfluß erhielten. Es ist in Hannover immer ge-klagt, daß die wichtigsten Sachen durch Privatcorrcspondcnzgeordnet werden. Aber cs ist nicht zu leugnen, daß ein Privat-schreiben an den Grafen Münster viel wirksamer gehalten wur-de, als eine Beschwerde bei der allerhöchsten Person des Kö-nigs. So erweiterte sich der Einfluß des Grafen und seine un-mittelbare Leitung der Geschäfte mit jedem Jahre. Es ist nichtzu leugnen, daß diese oft von richtiger Ansicht ausging, daß ermanches gefordert hat, was zum Nachthcilc des Ganzen schlaffgeführt wurde. Allein eben so wenig konnte es fehlen, daß dieMangelhaftigkeit der Landeskunde dieses hochgestellten aver seitso langer Zeit entfernten Staatsmanns, seine Jrrthümcr überdie Stellung der Stände, das was vorhin der Idealismus desBestehenden genannt worden ist, denselben auch zu sehr zahlrei-chen Mißgriffen verleitet haben. Dem Privatmanne ist un-möglich hier Alles zu übersehen, noch den Geist zu entwickeln,in welchem diese oberste Administration geführt wurde; in Pri-vatangelegenheiten war aber, wie nun einmal die Dinge standen,des Grafen ganzer Einfluß wohl nur dem zugänglich, dersich durch Verbindungen dazu den Weg zu öffnen im Standewar.

Diese Stellung der Negierung, deren Berichtigung aller-dings nicht leicht ist, hatte aber ganz vorzüglich zwei nachthci-lige Folgen, nämlich ein steigendes Mißvergnügen der so außer-ordentlich wichtigen Arbeiter des Ministern zu Hannover selbst,die nun ihre bedeutenden Arbeiten einer doppelten Critik unter-werfen mußten, ohne bei der Prüfung in letzter Instanz auchnur das eigne Werk erläutern und verthcidigen zu können; undvielfach eine sehr große und nachtheilige Verzögerung der Ge-schäfte. In diesem Gange wirkte auch die Einrichtung des Ge-