12 I. Deutschlands Stellung.
warb, die Ucbel der Masse vermehrte und Feindseligkeit hcrvor-
ricf. —
4. Vielregi'ercii. Ucbcrvcrfcincning.
Das andre Grundübcl liegt in der Zlusdchnung der Ncgic-rungsthätigkcit, in ihrem ganzen Umfange. Non der Last derKricgshccre braucht man nicht zu reden; sie ist genug bespra-chen. Die Kosten, die Zögerungen und Beschwerden einerschriftlichen Rechtspflege, der der Vorzug größerer Gründlichkeitwohl nur scheinbar bcigelcgt werden kann, und deren Vervoll-kommnung bei jedem Schritte unvermeidlich die ersten Wirkun-gen des Grundübcls verdoppelt, werden ebenfalls nicht lauter,aber gründlicher als frühcrhin gerügt. Das größte Ucbel liegtin der ungeheuren und unvcrhältnißmaßigen Erweiterung derPolizeigcwalt.
Nur in den kleinen deutschen Staaten , wo die höchste Re-gierung überall auf wenige Meilen nahe scyn, jeden Mangelund jede Unzweckmäßigkeit bemerken konnte, ist es möglich ge-wesen, jenes kleinliche Alles Sehen, jenes wohlgemeinte AllesThun und Alles leiten Wollen zu entwickeln, das bei uns einhei-misch geworden ist. Dicß Viclrcgiercn, das am Ende des 18.Jahrhunderts sich gewaltig ausbrcitetc, das dann, durch fran-zösisch revolutionäre Ideen aller Scheu vor dem Rechte entklei-det, zu einer systematischen Herabsetzung des Ncchtsgangcs ge-gen die Polizei fortgebildct wurde, das man endlich durch dieeben daher erlernte Centralisation in den größern Staaten nochvervollkommnet«?, ist eine Quelle endlosen Druckes für die Bür-ger, eine Quelle der Gleichgültigkeit und des Widerwillensgeworden.
Wie sehr die Kosten der Verwaltung durch diese Grundsätzevermehrt sind, welche Masse des Schreibwerks erzeugt worden,das ist zu bekannt, um hier noch davon zu reden. Wenigerpflegt man die Lasten zu erwägen, die auf Gemeinden, und aufEinzelne durch Verfügungen dieser Art gewalzt werden; wie