Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
382
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U e b

Ueberziehen, die Uhr, oder vielmehr dieKelee oder Saite der Uhr. Dies heißt, eineUhr zu weit aufziehen, so, daß die Saite oder die Ketteweiter aufgewunden wird, als sie eigentlich sollte oderdürfte. Dieser Fehler findet besonders bey nicht gutgemachten Taschenuhren Statt, wo der Vorfall nichtvollkommen gut verfertigt ist. Nämlich anstatt daßdie Schneckenschnauze, nach geschehenem Aufwindenund »ach Ausfüllung der Schneckengänge vor den Vor«fall stoßen sollte; so geht sie noch immer vorbey, unddie Kette, die alsdann noch aufgewunden ist, sitzt sichaussen lehren Ganz der Schnecke, und häuft sich daauf. Die Fehler, die aus diesem Ueoerziehen entfprin«gen, sind folgende:

,) Die meiste Zeit reißt die Kette von einander,od--r der Kettenhaken stiegt ab, wenn man, nachdemdie Kette übergeschlagen, noch fortfährt aufzuziehen,weil die Schneckensch mutze nicht an den Vorfall stößt.

2) Springt auch wohl die Feder, wenn sie keineüberflüssige Umgänge hatte, weil sie durch das weitereAufziehen mehr gespannt wird, als sie Umgänge hat.

z) Und wenn auch weder Kette noch Feder zer«reißt; so wird di Uhr doch gewiß nicht fortgehen, unddie Kette sich wieder um die Trommel winden können,weil theils die auf die letzten Gange der Schnecke auf«gepackte Kette entweder an das Mittelrad oder sonst anetwas stößt, wodurch die Uhr in Stillstand gerathenmuß, auch leicht die Zähne des Mittelrades, wenn dieKette daran stößt, Schaden leiden können; theils stößtbeym Zurückgehen der Kette wahrend dem Gehen dieSchneckenschnauze hinter den Vorfall, und macht, daßdie Schnecke nicht weiter herumgehen kann, und dieUhr stehen bleiben muß.

Wenn al 0 der Fehler des Ueberziehens bey einerTaschenuhr Statt findet : so bleibt dem Uhrmacher,wenn er ihn sicher heilen will, kein ander Mittel übrig,