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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Siebentes Buch.

aber folgte langsamer, weil das Bewußtseyn seiner Ver-gehung seine Schritte etwas hemmen mochte. Als Johanneszum Grabe gekommen war, blickte er hinein und sah dieleinenen Tücher, in welche man Jesu Leichnam gewickelthatte, darin liegen; er ging jedoch nicht in das Grabhinein. Petrus hingegen begnügte sich nicht allein mit demHineinschauen, sondern er stellte eine genauere Untersuchungan, begab sich in die Begrabnißhöhle und fand das Tuch,welches um Jesu Haupt geschlagen gewesen war, abseitsvon den andern Tüchern liegen. Wahrscheinlich machtePetrus seinen Mitjünger Johannes auf diesen Umstand auf-merksam; denn dieser ging nun ebenfalls in die Begräbniß-höhle und sah selbst nach. Erst hatten auch sie geglaubt,man habe Jesu Leichnam an einen andern Ort geschafft;allein als sie die Tücher vorfanden, in welche der Todte ge-hüllt gewesen war, da gewannen sie die Meinung, daß Jesusin das Leben zurückgekehrt seyn könne; und gingen nun ruhi-ger nach Jerusalem zurück, wo die Nachrichten der Frauen,die den Auferstandenen wirklich gesehn hatten, sie in jenerMeinung befestigen mußten.

Unterdessen kamen aber auch die Soldaten, welche amGrabe Wache gehalten hatten und aus Furcht von demselbenhinweggeflohen waren, nach Jerusalem und verkündigten eini-gen Mitgliedern des Hohcnrathes das sonderbare Ereigniß,von welchem sie Augenzeuam gewesen. Diese Nachricht ver-setzte die Feinde Jesu i' -' ne geringe Verlegenheit. Daherversammelte sich auch sogle. , der Hoherath. Da dieser jedochdie Sache nicht abzuändern wußte, so gab er den Soldateneine ansehnliche Summe Geld und befahl ihnen zu sagen,daß Jesu Jünger, während sie selbst geschlafen, den Leichnamihres Lehrers gestohlen und fortgeschafft hätten. Zugleichmachte er sich verbindlich, die Verantwortung, zu welcher siedurch jenes Vorgeben von dem Römischen Landpfleger gezogenwerden könnten, auf sich zu nehmen. Die Soldaten ließensich auch wirklich durch das Geld dazu bewegen, ein solchesGerücht zu verbreiten, das lange unter den Juden geherrschthaben soll, obschon es den Grund seiner Unwahrheit in sich