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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Wanderungen Jesu während seiner Leiden. 419

nommen, so zerriß er seine Kleider; denn das Zerreißen derKleider, vorzüglich an der Brust, war unter den Juden ent-weder bei großer Betrübniß, oder im höchsten Unwillen üblich;und rief aus: „Nun bedarf es weiter keines Zeugnisses, daßer ein Gotteslästerer ist! Jetzt habt ihr ja die Gottesläste-rung aus seinem eigenen Munde vernommen! Was fälletihr nun für ein Urtheil über ihn?" Alle riefen sogleich:Er ist des Todes schuldig!" — So war denn dem Schuld-losesten das Todesurthcil gesprochen, das nur noch seinerVollziehung harrete.

Bei den Juden waren vier Todesstrafen üblich, näm-lich die Steinigung, die Verbrennung, die Hin-richtung durchs Schwerdt und die Erdrosselung.Diejenigen, welche Gott gelästert, dem Götzendienste gestöhnt,den Sabbath entheiligt und zur Ketzerei Andere verleitet,auch der Zauberei sich hingegeben, oder einige andere Ver-brechen begangen hatten, wurden zur Steinigung verur-thcilt. Diese Todesstrafe wurde außerhalb der Stadt voll-zogen. Man führte die Vcrurtheilten in langsamem Zugevor die Stadt, damit diejenigen, welche noch Etwas zumBesten derselben zu sagen wußten, Zeit dazu gewinnen könn-ten. Bei der Vollziehung dieser Todesstrafe warfen die Zeu-gen die ersten Steine auf den Vcrurtheilten (5. Mos. 17, 7.).Die Verbrennung wurde bei solchen in Ausübung ge-bracht, welche mit ihrer Tochter, Enkelin, oder Schwieger-mutter, oder der Tochter eines Priesters verbotenen Umganggehabt hatten. Die Hinrichtung durchs Schwerdterfolgte bei vorsätzlichen Mördern; und erdrosselt wurdendie Kinder, welche ihre Eltern hart geschlagen, die Aeltesten,welche sich gegen die Befehle des Hohenrathes widerspenstiggezeigt hatten, und die Ehebrecher. Alle Todesstrafen wur-den nur in Jerusalem vollzogen und man bewahrte die dazuVerurtheilten gern bis zu einem der hohen Feste auf, damiti ganz Israel die Hinrichtung sehn und ein Beispiel daran! nehmen sollte (5. Mos. 17, 13.).

Da Jesus der Gotteslästerung beschuldigt worden war! und verderbliche Lehren verbreitet haben sollte, so würde,wenn die Juden selbst die Todesstrafe an ihm vollzogen hat--l 27*