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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Wanderungen Jesu während seiner Leiden. 411

um die Gerichtsdiener zu schützen, wenn sich Jesus etwa inLerem mit seinen Anhängern widersetzen sollte. Deshalbhatte sich die Schaar auch mit Schwerdtern und Lanzen be-waffnet; und überdies hatte sie sich mit brennenden Fackeln'versehn. Judas hatte den Gcrichtsvienern zuvor gesagt, daßsie den greisen sollten, den er küssen würde, damit sie nichtetwa, weil Jesus ihnen wohl unbekannt seyn mochte, einenAndern ergriffen. Daher ging Judas auf seinen Meisterzu, grüßte ihn und gab ihm einen Kuß. Diese Entweihungdes heiligen Zeichens der Freundschaft und Liebe rügte deredle Menschenfreund nur mit einem sanften Vorwürfe, wel-e! eher den Verräther tief beschämen mußte. Hieraus fragteJesus die herbeikommenden Gerichtsdiener und Soldaten:

^ „Wen sucht ihr?" und als sie erwiederten: „Jesum von! Nazarcth," so sagte er, indem er ihnen entgegentrat; „der! bin ich." Sein muthiges Hervortreten machte sie bestürzt,besonders da sie Jesum ohne Zweifel als einen Wundertha-ter fürchteten; sie wichen daher zurück und in dem Gedränge,, das dadurch entstand, sielen mehrere von ihnen zu Boden.

§ Nachdem sie sich von ihrer Bestürzung erholt hatten fragte

s sie Jesus nochmals, wen sie suchten? und als sie die vorige

!! Antwort gaben, so erwiederte er: „Ich habe es ja euch

^ schon gesagt, daß ich derjenige bin, den ihr sucht. Wollt

ihr mich also greifen, so lasset meine Begleiter gehn!" Hier-

auf legten die Gerichtsdiener Hand an ihn; seine Jüngeraber fragten ihn, ob sie sich nicht zur Wehr setzen sollten,und Petrus schlug in seinem Eifer, ohne die Antwort seines^ Lehrers abzuwarten, sogleich mit dem Schwerdte zu, das erbei sich hatte, und verwundete einen Diener des Hohenprie-^ stcrs am Ohr. Jesus, der sich dem Verfahren seiner Obrig-! keit durchaus nicht widersetzen wollte, tadelte das Unterfan-

' gen seines Jüngers ernstlich und befahl ihm das Schwerdt

an seinen Ort zu stecken. Zugleich erklärte er, daß wenner aus den Händen seiner Feinde befreit seyn wollte, er nurGott um Hülfe bitten dürfe, der ihn nicht ohne Beistand! lassen werde; allein seine Gefangennehmung sey zur Ausfüh-rung des großen Werkes der Menschenerlösung nothwendig.Nachdem er das gesagt hatte, wendete er sich zu dem ver-