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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Sechstes Buch.

seine nächste Zukunft. „Die Zeit ist nun herbeigekommen,sagte er, wo ich höher verherrlicht werde, und wo Gottdurch mich höher verherrlicht wird; denn eben deshalb, weilich zur Verherrlichung Gottes beitrage, wird Gott auch michverherrlichen. Nicht lange werde ich mehr bei euch seyn;ihr werdet mich wohl alsdann vermissen; aber sogleich könntihr noch nicht wieder zu mir kommen. Aber habt euch nurso unter einander lieb, wie ich euch geliebt habe; denn durchdie gegenseitige Liebe zu einander könnt ihr euch am deut-lichsten als meine Jünger bewahren." Die Jünger verstan-den ihren Meister nicht gehörig und Petrus, der darübersich betrübte, daß sein Lehrer von ihnen scheiden wollte, fragteihn, wohin er gehe? Als Jesus darauf entgegnen, Petruskönne ihm jetzt nicht folgen, werde aber dereinst wieder mitihm vereinigt werden, so erwiederte der Jünger: „Herr, warumsollte ich dir nicht folgen können? Ich will ja gern meinLeben für dich opfern und mit dir in den Tod gehn." Al-lein hier versicherte ihm Jesus, der das leicht beweglicheGemüth des Petrus, das dem ersten Eindrucke nachgab, nurzu wohl kannte, daß derselbe noch vor dem ersten Hahnen-schrei oder dem dritten Viertel der Nacht, also kurz vor -Anbruch des Tages ihn dreimal verläugncn werde. Denn ?es werde eine schwere Prüfung ihm zu Theil werden. AberJesus habe für ihn gebeten, daß er nicht völlig unterliegensolle. Deshalb ermunterte ihn auch der göttliche Menschen-freund noch, hernach, wenn er zur Einsicht seines Vergehensgekommen sey und sich gebessert habe, seine Mitjüngcr undMitchristen überhaupt im Glauben zu befestigen. ^

Nachdem Jesus dieses gesprochen hatte und der Lobge- lsang beendigt war, stieg der göttliche Lehrer mit seinen Jün-gern vom Mahle auf, um Jerusalem zu verlassen und hin- !aus an den Oelberg zu gehn. Entweder noch im Speise- >saale oder unterwegs sprach er noch Vieles mit ihnen, wastheils zu ihrer Belehrung, theils zu ihrer Beruhigung diene»sollte. Er versicherte ihnen, daß er heim zum Vater gehe, jum dort Wohnungen auch für sie zu bereiten; daß sie aber jauch nach seiner Entfernung, so lange sie auf der Erde wem- !dclten, nicht verlassen seyn würden; sondern daß er ihnen