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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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365
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Reisen Jesu der dritten Periode rc. 665

Abhänge des Oelbergs und zwar links von der Straße, dievon Bethanien nach Jerusalem führte, lag. Den Name»Bethphage erklären Einige durch Haus der Thalmündung,weil jener Flecken auf einer Stelle an dem Fuße des Oel-bergs gelegen haben soll, wo zwei Thäler ausliefen. Alleinrichtiger erklärt man Bethphage durch Haus oder Ort derFeigen, weil in der Umgegend viele Feigenbäume gezogenwurden, die vorzüglich milde und süße Früchte trugen. Beth-phage soll aus zwei Reihen Häuser zu beiden Seiten der- Straße bestanden haben. Es war nicht ganz eine volle halbei Stunde von Jerusalem entfernt und gehörte zu dem Gebiete! des Stammes Benjamin. In seiner Nähe scheint eine Artvon Landgut gewesen zu seyn, auf welchem vorzüglich die zu' den Opfern bestimmten Thiere gehalten wurden. Auch sollendie Priester, die den Dienst im Tempel hatten, in BethphageRuhe und Erholung gesucht haben. Jetzt findet man aus^ der Stelle dieses Fleckens nur noch einige Steinhaufen.

^ Als Jesus in die Nähe von Bethphage gekommen war,^ schickte er zwei von seinen Jüngern nach einem Landgute mit! dem Befehle, von dort das Füllen einer Eselin herbei zu ho-len, das noch nicht zum Reiten gebraucht worden war. Manbediente sich nämlich in Palästina gewöhnlich der Esel zumReiten, da sie einen sehr sicheren Gang haben und daher ingebirgigen Ländern besser zu gebrauchen sind als die Pferde.Die Esel jener Gegend zeichnen sich aber auch vor denen un-serer Länder durch Größe und Schönheit aus, was theils eineFolge des mildern Klimas ist, theils auch daher rührt, daßman dort die Eselfüllen länger an dem Mutteresel saugenläßt. Nach einem alten Herkommen hielt man ungebrauchteThiere zu einem heiligen Zwecke für würdiger als die schongebrauchten; daher ließ Jesus das Eselfüllen herbei holen, um^ auf demselben seinen Einzug in Jerusalem zu halten. Wahr-scheinlich war er mit dem Besitzer dieses Thieres befreundet,oder rechnete darauf, daß man dem, welcher durch die Er-weckung des Lazarus in der ganzen Umgegend rühmlich be-kannt geworden war, gern das Thier auf kurze Zeit zumGebrauche überlassen werde. Daher sagte er auch zu seinenLungern:Wenn man etwa Anstand nehmen will, euch den