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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Fünftes Buch.

der Täufer keine wundervollen Thaten verrichtete, so trifft dochAlles ein, was er von diesem voraus verkündigt hat." Da»durch wurden Viele bewogen, Jesu sich zuzuwenden.

Da man bemerkte, wie heilsam das Auflegen seiner Händeden Kranken wurde, so gericthen Manche auf den Gedanken,dasselbe müßte auch ihren Kindern heilsam werden. Daherbrachten Mehrere ihre Kinder zu Jesu, damit er seine Händeauf sie legen, sie segnen und der Obhut und Gnade Gottesempfehlen sollte. Die Jünger aber, in der Meinung, daßdieses unnöthig, oder ihrem Meister lästig sey, wiesen dieLeute mit ihren Kindern etwas unfreundlich zurück. Da dasJesus hörte, tadelte er seine Jünger darüber und erklärte,daß gerade die Kinder am fähigsten zum Eintritt in dasGottesreich wären, und daß man sie daher nicht von ihmzurückhalten sollte, und nun legte er die Hände liebreich aussie und sprach Segenswünsche über sie aus.

Nachdem dieses geschehn war, begab sich Jesus mit sei-nen Jüngern an einen andern Ort jenseit des Jordans. Un-terwegs kam ein vornehmer und reicher junger Mann zu ihmund bat um Rath, was er thun solle, um wahrhaft undbleibend glücklich zu werden. Als Jesus hierauf erklärte, ^daß er die zehn Gebote befolgen müsse, um jenes Ziel zu er-reichen, so entgegnete der junge Mann, er habe von früher ^

Jugend an sich bestrebt, den Geboten nachzukommen, und .

fragte, was er also noch außerdem thun solle? Es schien

dem jungen Manne wirklich Ernst mit seinem Wunsche zu ,

seyn, und daher mißfiel er Jesu nicht; aber die pharisäischeSelbstgefälligkeit des Jünglings konnte der göttliche Lehrernicht billigen, auch forderte dieser nicht allein Unterlassung ,des Bösen, sondern Uebung edler Thaten und Selbstverleug-nung, und deshalb verlangte Jesus von dem Fragenden, daßer seine Güter den Armen geben und ihm alsdann nachfolgensollte. Das war für den reichen jungen Mann zu schwerund bitter, denn sein Herz hing an seinen irdischen Gütern;daher ging er traurig fort und kam nicht wieder. DieserFall veranlaßte Jesum zu der Erklärung, daß es einem Rei-chen sehr schwer fallen werde, Antheil an dem Reiche Gotteszu nehmen und sich zu einem würdigen Bürger desselben zu