Reisen Jesu der dritten Periode w. 885
auch Gott an; Gott aber ist das höchste Wesen und dabersind sie auch vollkommen geborgen. Ich stehe mit Gott,meinem Vater, in der innigsten Verbindung."
In diesen Aeußerungen glaubten die Juden Lästerungengegen Gott zu vernehmen und daher wurden sie gegen dengöttlichen Lehrer, der die lauterste Wahrheit verkündigt hatte,aufgebracht, und griffen nach Steinen, um ihn damit zu wer-fen. Doch Jesus suchte sie zu beruhigen, indem er auf seineungewöhnlichen Thaten verwies, die offenbar von seiner in-nigen Verbindung mit Gott Zeugniß ablegten. Allein die5 erbitterten Juden ließen sich dadurch nicht besänftigen underklärten, daß sie ihn nicht um seiner Thaten willen, sondernseiner Gotteslästerung wegen, da er, als ein Mensch, sichGott gleich stelle, steinigen wollten. Hierauf suchte Jesusdadurch sich zu rechtfertigen, daß, wenn die obrigkeitlichenPersonen in der heiligen Schrift (Psalm 82, 6.) Götter ge-nannt würden, er, als Gottes Gesandter, sich wohl auchGottes Sohn nennen könnte. Da er nun vollends göttlicheThaten verrichte, so müßten sie doch cinsehn und annehmen,daß er mit Gott auf das innigste verbunden sey. Alleinauch diese Erklärung stellte sie nicht zufrieden. Sie suchten> vielmehr Jesum fest zu nehmen, um ihn vor den hohen Rathzu stellen; Jesus wußte sich aber auch diescsmal ihrer Ge-walt zu entziehen.
XXXXIV.
Jesus geht von Jerusalem nach Bcthabara an den Jordan.
10, 40-Le. Matth. 1«, 1J-M. Mark. 10, I3-ZI. Luk. 18, 15 -M.,
Nach der unfreundlichen Begegnung, die Jesus aber-mals in Jerusalem erfahren hatte, verließ er nicht allein dieseStadt, sondern auch die Provinz Judäa und begab sich überden Jordan in die Nähe von Bethabara, wo Johannes derTäufer früher hauptsächlich verweilte. Hier, in Peräa, ver-lebte Jesus die Zeit des Winters, indem er fortgesetzt seinens Jeruf erfüllte, nämlich lehrte und heilte. Viele wurden da-mals durch seine Thaten in Staune» und Verwunderung ver-ht, so daß sie unter sich sagten: „Wenn auch Johannes