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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der dritten Periode rc. 245

Wenn Jesus aus der Nähe von Tyrus hinauf nach Si-don ging, so mußte er über einen Fluß setzen, den man frü-her fälschlich für den Eleutherus hielt, den Manche Leontesnennen, der aber von den Einwohnern der dortigen Gegendjetzt Leitane oder Lietani genannt wird. Er kommt auseinem wilden Gebirgsthals in dem nordöstlichen Theile des Li-banon, vereinigt sich mit dem Flüßchen Kasmieh und schlan-gelt sich in verschiedenen Windungen durch blumige Wiesen, biser endlich, ohngefähr 2 Stunden oberhalb der Stadt Tyrusin das Meer fällt.

Auf dem Wege von Tyrus nach Sidon, ohngefähr 3Stunden südlich von dieser Stadt, lag Sarcpta, von denJuden Zarpath (1. König. 17, 9.) genannt und bei Jo-. sephuö Sarephtha, eine Stadt, die sich nicht weit von demMeere befand und deren Gebiet an das des Stammes Ässergrenzte. Sie war sehr alt, hatte einen bedeutenden Umfangund besaß auch einen Hafen. In ihrer Umgegend wurde eintrefflicher Wein gewonnen, dessen Güte im Alterthume allge-mein gerühmt wird. In ihrer Nähe befanden sich Eisenberg-werke und berühmte Schmelzhütten, wovon sie auch ihren Na-men haben soll. Jetzt findet man aber weder Weinstöcke nochBergwerke in ihrer Umgegend. In der biblischen Geschichteist sie merkwürdig, weil der Prophet Elias (1. König. 17,924) sich wahrend einer Hungersnot!) daselbst aufhielt undeiner armen Wittwe und deren Sohne nicht allein Unterhaktverschaffte, sondern auch den Sohn wieder in das Leben zu-rückrief. In der Geschichte der Kreuzzüge kommt sie unterdem Namen Atsareb vor. Im Jahre 1111 wurde sie vonTankrcd nach einer dreimonatlichen Belagerung erobert, undvon demselben starker befestigt. Während es die Christen inBesitz hatten, war es eine Zeitlang der Sitz eines Bischofs;hernach aber kam es unter den Bischof von Sidon zu stehn.

Die Meeresküste in jener Gegend besteht aus einer Reiheanmuthiger Hügel, die ziemlich fruchtbar sind. An dem nörd-lichen Abhänge dieser Höhen trifft man noch jetzt ein kleinesDorf an, das die Araber Sarphand nennen, und welchesauf der Stelle des alten Sarepca sich befindet. Es bestehtaus einigen Häusern, die zerstreut auf den Hügeln, eine halbe