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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Fünftes Buch.

XXXII.

J>s»s geht in die Gegend von Sidon.

iMa!t!i> 1g. 21-28. Mark. 7, 21 -W.>

Als Jesus in die Gegend von Sidon wanderte, mußtesich die Nachricht seiner Ankunft in Syrophönicien verbreitethaben; denn eine Frau aus diesem Lande, welches noch vonden Nachkommen der Kanaanitcr bewohnt wurde, weshalb jeneFrau von den Evangelisten auch ein Kananäischcs Weib ge-nannt wird, eilte zu ihm und bat ihn, sich ihrer Tochter zuerbarmen, die an einer schweren Krankheit litt. Jesus hörteanfangs nicht auf sie, entweder weil er sich nicht gern zu er-kennen geben wollte, oder um ihr Vertrauen zu ihm zu prü-fen. Die Frau aber ließ nicht ab, ihn anzuflehen und zwarauf das kläglichste. Daher wendeten sich seine Jünger mitder Bitte zu Jesu, doch den Wunsch der Frau zu erfüllenund sie von sich zu lassen, damit sie nicht mehr ihnen so nach-schreien möchte. Hierauf erklärte er aber, wahrscheinlich umseine Jünger zu prüfen und ihre Meinung zu vernehmen, erals Messias habe vor Allen für die Juden zu sorgen, undkönne also sich nicht um die Heiden bekümmern. Selbst die-ser Ausspruch bewog das Weib nicht, sich zu entfernen; son-dern sie bat nur noch flehentlicher um Hülfe. Hierauf ent-gegnen Jesus, ganz im Geiste der ächten Juden, die sich al-lein für Gottes Kinder hielten, die Heiden aber als Hundebetrachteten:Es geziemt sich nicht, daß man den Kinderndas Brod wegnimmt und es den Hunden gibt." Das thater ohne Zweifel zur Belehrung seiner Jünger, um diese vondem allgemeinen Vorurtheile der Juden, von welchen die Hei-den ganz verworfen wurden, zu heilen. Darauf erwiedertedie Frau, der es nicht an Geistesgegenwart fehlte:Herr,das ist wohl wahr; aber die Hunde bekommen doch dasjenige,was von der Speise ihrer Herren übrig bleibt." Auf dieseAntwort, die von großer Demuth und zugleich von starkemVertrauen zu Jesu zeugte, versicherte ihr dieser die Genesungihrer Tochter. Sie eilte nun freudig nach Hause und fandihre Tochter ruhig auf dem Lager liegen und von ihremUebel befreit.