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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Fünftes Buch.

schon im Alterthume der Adonisfluß genannt, der jetztNähr - Ibrahim, d. i. der Abrahamsfluß heißt, und sichdadurch auszeichnet, daß er zu manchen Zeiten rothes Wasserführt. Er fließt nämlich am Libanon durch eine Gegend, dierothe Erde enthält. Wenn diese nun zur Regenzeit aufgelöstund in den Fluß geschwemmt wird, so theilt sie demselbendie rothe Farbe mit. Syrophönicien war von jeher ein frucht-bares Land, dessen Fruchtbarkeit in der hinlänglichen Bewässe-rung und dem gemäßigten Klima seinen Grund hat. DerWinter ist daselbst so mild, daß Pomeranzen, Datteln undandere Pflanzen, welche die Kälte nicht vertragen können,während dieser Jahreszeit im Freien fortwachsen, blühen undihre volle Frische behalten. Man baut treffliches Getreide inso reichem Maße, daß es ausgeführt wird; es gedeihen dieseinen Obstsorten der südlichen Länder Europas daselbst, undman gewinnt dort trefflichen Wein. Auch wird ansehnlicherSeidenbau getrieben. Im Alterthume lieferte das Land Erzeund Zimmerholz vom Libanon, und blühte durch seinen aus-gezeichneten Handel. Es besaß mehrere treffliche Häfen undhatte eine zahlreiche Bevölkerung, welche durch Fleiß und Be-triebsamkeit einen bedeutenden Wohlstand errang und sogargroßen Reichthum erwarb. Seine Schiffahrt war die vor-züglichste der alten Zeit. Vermittelst derselben holte es dieErzeugnisse der fernsten Länder nach Asien, und durch Kara-vanen schaffte es die Schätze des innern Asiens und Afrikasherbei und führte sie auf den Schiffen in andere Gegenden.Daher enthielt «s auch große und prächtige Städte, von de-nen jetzt freilich nur wenige Spuren noch vorhanden sind.Der große Reichthum der Einwohner stürzte sie aber leiderauch in ein großes Sittenverderben, das von den Prophetenernstlich gerügt wird (Jesa. 23.).

Als Jesus nach Syrophönicien sich begab, konnte er indie Nähe von Ptolemais kommen, einer berühmten Stadtdes Alterthums, die auch jetzt noch einen bedeutenden Namenhat. Die Juden nannten sie Akko und die Griechen Ake,von der Landspitze, auf welcher sie erbaut war. Sie lag aneiner Bucht, welche einen Theil des großen Meerbusens aus-macht, welcher nach ihr der Meerbusen von Ptolemais heißt,