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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der dritten Periode rc. 2ZL

durch seine Jünger den Leuten darreichen. Alle aßen und wur-den gesättigt; ja es blieben auch noch so viele Brocken übrig,daß zwölf Körbe, wie man sie damals auf Reisen mit sichzu führen pflegte, damit angefüllt werden konnten. DiesesEreigniß, dessen genauen Hergang Jesu Jünger nicht kannten,und das auch wir uns nicht hinlänglich zu erklären vermögen,erregte bei Allen die größte Verwunderung, und sie meinten,daß der, welcher sie jetzt gespeist hatte, der verheißene Mes-sias seyn müßte, in welchem die Menge mehr einen irdischen Königals einen geistigen Retter und Beglücker erwartete. Wie aberdie weise und gütige Vorsehung Gottes die Jsraeliten in derWüste durch Manna speiste, so konnte sie auch hier einen Um-stand eintreten lassen, der weniger bemerkt wurde, aber dieSättigung des Volkes herbeiführte.

XXX.

Jesus geht von Bcthsaida Julias nach Kapernaum.

!Mattt>. 14, L2-Z8. Mark. L, 45-. Loh. 6, 15-71.,

Das Volk, durch die wundervolle Speisung für Jesumeingenommen und begeistert, wollte ihn als König der Judenausrufen; allein dieses wünschte Jesus nicht, weil er kein irdi-scher König, wie ihn das Volk verlangte, seyn mochte. Da-her befahl er seinen Jüngern, einstweilen in dem Fischerbootevoraus zu fahren, weil er alsdann desto ungehinderter undunbemerkter dem Volke sich entzieh» konnte; und begabsich nun auf eine Anhöhe in der Nähe des Sees, wo er ei-nen großen Theil der Nacht in Gebet zubrachte, während seineJünger auf dem See, aber doch nahe am Ufer, hinschifften.Ihre Fahrt ging nicht schnell von statten, weil ein Sturmsich erhob und ihnen hinderlich ward. Während sie noch mitdem Sturme kämpften und von dem Orte ihrer Abfahrt etwaanderthalb Stunden weit gekommen waren, meinten sie aufdem Meere ein Gespenst zu sehn und erschrocken heftig. Die-ses geschah um die vierte Nachtwache, oder nach unserer Art,die Stunden des Tages zu zahlen, früh um 3 Uhr. DennJesu Zeiten theilten die Juden, nach dem Gebrauche derNönm, die Nacht in vier Wachen, von denen die erste von