Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 213
von hier nach Gilgal versetzt (1. Sam. 10, 8.), und seit>der Zeit verlor Silo seine Wichtigkeit, nachdem es fast 300Jahre hindurch, von Josua bis Eli, der Sitz der Bundeslade,!,md ein Hauptversammlungsort der Juden gewesen war. ZurZeit des Königs Jerobeam lebte der -Prophet Achia daselbst(1. König. 14, 2. u. 4.). Zur Zeit Jesu aber war die' Stadt schon zerstört und jetzt sieht man kaum noch eine Spur^ von ihr. Einen Steinhaufen, der auf ihrer Stelle sich befin-den soll, hält man für die Trümmer einer christlichen Kirche,die, wie man sagt, an dem Orte, wo die Stiftshütte stand,hcrbaut wurde.
Nahe bei der Stadt Silo befand sich einer der höchstenj Berge Palästinas, der ebenfalls Silo hieß und ein und der--s selbe mit dem Berge Zalmon seyn soll (Richt. 9, 48.), wel-schen Namen er von den schattigen Waldungen bekam, die er^ sonst auf seinem Rücken trug, von denen aber freilich jetzt-wenig zu finden ist. Er enthält jedoch noch jetzt trefflicheWeideplätze.
In Jerusalem befand sich ein Teich, Namens Bethesda,s d. i. Ort der Wohlthat, in welchen eine Mineralquelle sichergoß. Dieser war mit fünf Gebäuden umgeben, in denenH sich Zellen befanden, um die Kranken, welche in großer An-zahl dorthin gebracht wurden, aufzunehmen und gegen denÜbeln Einfluß der Witterung zu sichern; denn man behielt die, Kranken so lange daselbst, bis der Zeitpunkt eintrat, wo mandas Wasser des Teiches für vorzüglich geeignet zur Heilunghielt. Dieses war alsdann der Fall, wenn das Wasser in demTeiche aufwallete oder in eine starke Bewegung gerieth, wasin Heilquellen bisweilen durch die Wirkung eines unterirdischenFeuers, oder auch durch den Regen erfolgt. Wahrscheinlichentwickelte sich alsdann entweder ein heilsames Gas in demWasser, oder es verband sich sonst ein heilsamer Stoff in rei-cherem Maße mit demselben, so daß das Wasser zur Zeit jeners Bewegung eine desto größere Wirkung auf die Kranken her-vorbrachte. Hernach aber konnte daS Gas verdunsten, oderder heilsame Stoff schlug sich nieder, oder das Wasser wurdedurch das hinzukommende Regenwasser verdünnt und dadurchin seiner Heilkraft geschwächt. Ohne Zweifel jedoch würde