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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 185

den gewünschten Erfolg gehabt zu haben, da der göttliche Lehrerspäter bittere Klage über diesen Ort führte (Match. 11, 21.).

In der Nähe von Bethsaida befand sich sonst eine alteStadt Kinnareth (Jos. 19, 35.), am nordwestlichen Endedes Sees Genesareth, im Gebiete des Stammes Naphthali.Es laßt sich nicht entscheiden, ob sie nach dem See oder die-ser nach ihr genannt wurde. Schon zu Jesu Zeiten scheintkeine Spur mehr von ihr vorhanden gewesen zu seyn.

Jesus nahm seine Jünger mit nach Kapernaum, wo eröfter in der Synagoge als Lehrer auftrat, und auf eine soausgezeichnete Weise predigte, daß er allgemeine Verwunde-rung erregte. Zugleich heilte er Kranke, die man häufig zuihm brachte, wodurch er ebenfalls großen Ruhm einerntete»Als er eines Tages in der Synagoge zu Kapernaumlehrte und alle Anwesende mit der größten Aufmerksamkeit ihmzuhörten, zeigte sich unter diesen einer von den Kranken, welchedie Juden der damaligen Zeit Besessene nannten. Sie schrie-ben nämlich alle Krankheiten, deren Grund und Ursache sienicht kannten und die sie sich nicht zu erklären wußten, derEinwirkung böser Geister oder Dämonen, vorzüglich den bös-artigen Geistern verstorbener Menschen zu, indem sie annah-men, daß Dämonen in den Menschen sich ansiedelten. Fürsolche Besessene wurden hauptsächlich die Wahnsinnigen undRasenden und die mit Epilepsie oder der fallenden Sucht be-hafteten gehalten. Nun hegte man aber die Meinung, daßjene bösen Geister vor dem Messias weichen müßten, und schondessen Nähe scheucten; daher konnte Jesus um so leichter aufseine Kranken wirken und sie durch seine Heilkraft um so eherwieder herstellen, weil bei denen, die in ihm den Messias sa-hen, durch seine Nähe schon eine große Umänderung in ihremInnern bewirkt wurde. So geschah es, daß er auch sehtden in der Synagoge anwesenden Besessenen heilte und dadurchgroßes Staunen bei Allen, die zugegen waren, erweckte.

Aus der Synagoge ging Jesus mit Johannes und Ja-kobus in das Haus, das der Schwiegermutter seines JüngersPetrus gehörte. Hier traf er die betagte Frau an einem hef-tigen Fieber leidend an. Seine Jünger ersuchten ihn, derKranken zu helfen, und er säumte nicht, ihre Bitte zu er«