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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Viertes Buch.

die Schriften des Propheten Jesaias, und nachdem er sie aus-gerollt hatte, las er aus denselben eine Stelle vor, die erauf sich selbst anwenden konnte. Das that er nun mit so hin-reißender Beredsamkeit, daß Alle in Staunen und Verwunde-rung gcriethen. Als jedoch die erste Aufregung vorüber war,und die Nazqrener bedachten, daß Josephs Sohn, der Zim-mermann, einer aus ihrer Stadt, zu ihnen gesprochen hatte:ha wurden sie kälter gegen ihn, ja Manche meinten, daß ereigentlich gegen sie gefehlt habe, weil er nicht zuerst unterihnen in seiner Messiaswürde aufgetreten sey. Und als nunJesus an dem Beispiele der Propheten Elias und Elisa zeigte,daß Fremde oft empfänglicher als die Einheimischen für dieWohlthaten der Propheten gewesen wären, und daß derLehrer oft mehr Ansetzn und Einfluß unter Auswärtigen alsunter seinen Mitbürgern gewinnen könnte; so wurden sie überihn so aufgebracht, daß sie ihn aus der Synagoge und ausder Stadt hinaus stießen und ihn auf den Gipfel des Ber-ges, an dessen Abhänge ihre Stadt lag, schleppten, um ihndort von einem jähen Felsen hinabzustürzen. Doch Jesuswußte sich bei ihnen noch in solches Ansetzn zu setzen, daß erungehindert durch sie hindurch gehn konnte.

Noch jetzt zeigt man in Nazareth ein altes steinernes,mit einem Dache versehenes Gebäude, das 25 bis 30 Fußlang und 12 bis 15 Fuß breit ist, als jene Synagoge, inwelcher Jesus damals gelehrt haben soll.

Auch findet man auf dem Gipfel des Berges, an wel-chem Nazareth liegt, am Rande desselben einen vorspringen-den Felsen, von welchem man in einen tiefen Abgrund hinabblickt. Der Felsen geht schroff und gerade, wie eine Mauer,in die Schlucht hinab, die hier zwischen zwei Felsenwändengebildet ist und in welcher Steine umherliegen, die von Zeitzu Zeit von den Wänden herabgestürzt sind und durch dasRegenwasser, das im Winter durch die Schlucht stürzt, abge-schliffen wurden. Oben auf dem Felsen bildet ein hervorra-gendes Felsenstück, das ohngcfähr 9 Fuß lang, 5 Fuß hochrmd 1^ Fuß dick ist, eine Art von Brustwehr, so daß manohne Gefahr in die Schlucht hinabblicken kann. Nahe beihersesben befindet sich in dem Felsen eine Grotte, die 5 bis