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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Viertes Buch.

dort viel Getreide gebaut wurde, befindet sich auf der Süd-seite von Sichern, ist ziemlich hoch und auf seinem südlichenAbhänge mit frischem Grün bekleidet und mit terrassenförmi-gen Gärten bedeckt. Auf der Mitternachtsseite von Sicherndagegen erhebt sich der steinige Ebal, der an Gestalt undHöhe dem Berge Garizim ziemlich gleich kommt, aber wenigerfruchtbar ist. Die steilen Seiten beider Berge sind gegen dirStadt gewendet, gleichsam als wollten sie derselben zu Schutz-mauern dienen. Auf dem Berge Garizim hatten die Sama-riter ihren Tempel erbaut, den sie dem Tempel der Juden zuJerusalem entgegen setzten; der aber schon 129 Jahre vorChristus durch Johannes Hyrkanus zerstört wurde, weil untrrder Oberherrschaft des Syrischen Königs Antiochus Epiphaiiesdarin dem Jupiter Genius Opfer dargebracht worden waren.Hierauf aber errichteten die Samariter einen Altar auf demBerge Garizim und brachten auf demselben fortwährend ihreOpfer dar. Sie schrieben diesem Berge deshalb eine besondereHeiligkeit zu, weil sie behaupteten, daß die heiligen Gefästeder Stiftshütte, die man in dem Salomonischen Tempel znJerusalem aufbewahrt hatte, bei der Zerstörung dieses Tem-pels auf dem Garizim verborgen worden seyen, und daß Mo-ses (Z. Mos. 27, 4 8.) befohlen habe, auf diesem Bergeeinen Altar von Steinen zu errichten und darauf Dankopferdarzubringen. Dieses aber befahl Moses in Bezug auf denEbal; allein die Samariter behaupten, die Juden hätten allebetreffenden Stellen verfälscht und anstatt Garizim Ebal indenselben geschrieben, was jedoch keineswegs wahrscheinlich ist.Beide Berge sind auch dadurch merkwürdig, daß Moses be-fahl (5. Mos. 11, 29.), von dem Berge Garizim den treuenBeobachtern des Gesetzes den Segen zu verkündigen, von demEbal aber über die Uebertreter der göttlichen Gebote den Fluchauszusprechen, was auch wirklich geschah (Jos. 8, 33.).

Um die Mittagszeit langte Jesus auf seiner Wanderungan dem Jakobsbrunnen an und setzte sich bei demselben nieder/um sich einige Erholung zu gönnen. Er schickte seine Jüngerin die Stadt, um daselbst die nöthige Speise zum Mittags-mahle zu holen, was gegen die Gewohnheit der Juden war/über deren Vorurtheile aber Jesus sich hinwegsetzte. Während