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Zweites Buch.
Hier darf der jüdische Tempel nicht unerwähnt bleibe»,der nördlich von Heliopolis lag und auf der Stelle des altenLeontovolis erbaut worden seyn soll. Omas, der Sohndes Hohenpriesters Simon, war nämlich aus Jerusalem, wäh-rend der Verfolgungen der Juden unter dem Syrischen KönigeAntiochus Eupator geflohn und hatte sich nach Aloxandrienbegeben. Hier nahm ihn der König -Ptolemäus Philometorgut auf, und in Hoffnung, durch ihn noch mehrere Judennach Aegypten zu ziehn, überließ er ihm ein bedeutendes StückLand, und ertheilte ihm die Erlaubniß, dem Gotte der Judeneinen Tempel zu bauen. Dieses geschah ohngefähr 150 Jahrevor Christus. Dieser Tempel glich einem Kastell, daher erauch die Burg der Juden genannt wurde, und bestandaus einem 60 Fuß hohen Thurme, der mit einer Mauer vonZiegelsteinen umgeben war, in welcher sich steinerne Thore be-fanden. Er glich also keineswegs dem Tempel zu Jerusalem,war aber doch auf ähnliche Weise ausgeschmückt. Die Stelledes großen Leuchters aber vertrat eine goldne Lampe, die a»einer polirten Kette hing. Er stand ohngefahr 300 Jahre;denn als nach der Zerstörung Jerusalems mehrere Juden sichnach Aegypten begeben hatten, dort aber die Herrschaft derRömer nicht anerkennen wollten, so ließ während der Regie-rung des Kaisers Vcspasianus der römische Statthalter zuAlexandrien, Lupus, den Tempel verschließen und sein Nach-folger Paulinus nahm aus demselben allen Schmuck und Reich-thum hinweg, worauf der Tempel nach und nach zerfiel.
VI.
Rückreise der Eltern Jesu mit ihrem Sohne aus Aegypten noch
Nazareth.
«Match. 2. 14-23.)
Während der argwöhnische und grausame Herodes vie-len Eltern in Bethlehem und der nächsten Umgebung durchdie Ermordung ihrer Kinder*) (Matth. 2, 16—18.) de»
*) Die Griechen in ihren Märtyrerverzeichnisscn, und die Aethiopier l»ihrer Liturgie bestimmen die Anzahl der in Bethlehem und der umliegende»Gegend auf den Befehl des Königs Herodes ermordeten Kinder auf 14000.