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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
Entstehung
Seite
90
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so

Zweites Buch.

wird das Grab des heiligen Sabas gezeigt, das mit Zierra-then überladen ist und von einer hübschen Kuppel bedeckt wird.Auch zeigt man die Wohnung des heiligen Sabas daselbst,die er sich in dem Gebirge erwählt hatte. Diese besteht indrei Grotten, von denen die eine ihm zur Kapelle diente, inwelcher man, daher immerwährend eine Lampe brennen laßt.Auch jetzt wohnt ein Mönch daselbst, der das strenge Lebendes heiligen Sabas nachzuahmen sucht und Rosenkränze ver-fertigt *). Die Mönche des Klosters sind jetzt Griechen, dienach der Regel des heiligen Basilius leben und einen Abt ha-ben, der von dem Patriarchen zu Jerusalem abhängig ist.Sonst soll sich die Zahl der Mönche im Kloster auf 2000belaufen haben, jetzt aber traf man ihrer nur 23 darin an.

Nordöstlich von Thekoa soll auch Mizpah oder Mas-pha, eine Stadt in dem Gebiete des Stammes Benjamin,gelegen haben, von welcher jetzt gar keine Spuren mehr vor-handen sind. Sie diente zu einem Versammlungsorte der Ja-den; denn Samuel opferte daselbst, nachdem die Bundesladezurückgebracht worden war (1. Sam. 7, 5 u. folg.) und führtevon da aus die Jsraclitcn zum Kampfe gegen die Philistäer.Gedalja, den Nebukadnezar zum Statthalter in Judäa einge-setzt hatte, residirte zu Mizpah und wurde daselbst ermordet(Jerem. 41, 16.). Judas, der Makkabäer, entriß dieseStadt den Syrern, machte einen Waffcnplatz aus ihr und ließin ihr einen Bettag halten (1. Makkab. Z, 46.), da Jeru-salem von den Feinden besetzt und der Tempel daselbst vonden Syrern entweiht worden war. Dieses Mizpah darf nichtmit einer andern Stadt desselben Namens im Stamme Gadverwechselt werden, in welcher der Richter Jcphtah wohnte(Nicht. 11, 11.).

Südwärts von Thekoa zieht sich nach dem todten

*) Die Rosenkränze der griechischen Christen sind von denen der römisch-katholischen verschieden; denn die Griechen beten nicht, indem sie die Kiigel-chen fallen lassen, das Vaterunser und das Ave Maria, sondern nur dasKyrieeleison. Die Rosenkränze der griechischen Christen haben zuweilen lOOKiigelchen, zuweilen auch eine geringere Zahl, und sind nicht wie die derrömischkatholischen Christen von zehn zu zehn Kiigelchen abgetheilt, sonderndurch ein Kreuz und drei größere Kiigelchen geschieden, bei denen man daSGriechische:Heiliger Gott, starker Gott, ewiger Gott, erbarme dich un-ser!" betet.