Reisen der Eltern Jesu.
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^ schon der Vordergrund mit seinen vergoldeten Verzierungen,nter denen ein goldner Weinstock mit Trauben von Mannes-größe sich auszeichnete, und das Thor selbst einen herr-lichen Anblick. Das Heilige war in seinem Innern 90 El-len hoch, 50 Ellen breit und 20 Ellen tief. In ihmbefanden sich blos ein goldener Leuchter mit sieben Lampenauf der Seite gegen Mittag, der Rauchaltar in der Mitteund der goldne Tisch mit zwölf Schaubroden auf der Seitegegen Mitternacht. Ein großer, dichter, 4 Finger dicker und30 Ellen langer Vorhang schied das Heilige von dem Aller-! heiligsten. Dieses enthielt in dem neuen Tempel gar nichts;j denn bei der Zerstörung Jerusalems durch Ncbukadnezar war! die Bundeslade abhanden gekommen. Aber auch zu Jesu Zei-ten durste nur der Hohepriester einmal im Jahre das Aller-^ heiligste betreten *). In das Heilige ging nur der Priester,
^ dem durch das Loos das Geschäft zu Theil geworden war,die Lampen zu besorge», oder die Schaubrode aufzulegen, oderdas Räucherwerk darzubringen. Das letzte geschah währends des Gebetes. Alsdann trug der Priester glühende Kohlen von! dem Brandopferaltare -.hinein, legte sie auf den Rauchaltarund streute ein köstliches Räucherwerk darauf. Das Räuchern^ galt als das vorzüglichste Geschäft der Priester.
! Da der Tempel ziemlich hoch lag, so konnte man vonihm aus die ganze Stadt übersehn. Ihn selbst aber sah man! in seiner ganzen Herrlichkeit vom Oelberge aus. Bei seinerhohen Lage, mit verschiedenen Mauern umgeben und mit fe-sten Thoren versehn, bildete der Tempel eine Art von Festungund wurde als solche auch in dem letzten Kriege gegen dieRömer benutzt. Gern hätte Titus bei der Eroberung Jeru-^ salems ihn erhalten gesehn, auch hatte er deshalb Befehle an, seine Soldaten ertheilt; allein auch dieses große und präch-
*) Das Geheimnißvolle bei dem Gottesdienste der Juden, bei denennicht einmal den Priestern gestattet war, in das Allerheiligste des Tempelszu gehn, erregte bei den andern Völkern manchen iideln Verdacht, und dieRömer glaubten durchaus, daß die Juden ebenfalls irgend ein Götzenbildin ihrem Tempel verborgen hätten und verehrten. Von dieser Meinungbrachte sie aber Pempejus ab, der bei seiner Einnahme Jerusalems in dasAllechciligste vordrang; und nun berichtet der römische GeschichtschreiberLacitus: die Juden verehren nur Einen Gott, von dem sie kein Bild haben.