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Erstes Buch.
anfangs stillschweigend bei einander; den Sabbath feierten sie Wsehr streng; denn sie zündeten an diesem Tage kein Feuer an, >rückten keine Sache von ihrem Orte auf eine andere Stelle Wund enthielten sich sogar der natürlichen Verrichtungen. Thie- ,rische Opfer brachten sie nicht dar, denn sie schonten die le- fbenden Geschöpfe, sondern sie schickten anstatt der blutigen ^Opfer nur zuweilen gewisse Geschenke an den Tempel zuJerusalem. Alle, die in ihre Gesellschaft eintreten woll-ten, mußten zwei Jahre hindurch eine ernste Prüfung aus-halten und mehrere strenge Gelübde ablegen, z. B. das Ge-lübde der Gerechtigkeit, der Dienstfertigkeit und der Mäßigkeit.Daher kam es aber auch, daß ihre Anzahl nicht so groß war,als die der beiden vorher genannten Sekten. Ein Theil derEssäer nannten sich Therapeuten. Diese beschäftigten sichhauptsächlich mit dem Studium dessen, was der Seele unddem Körper nützt; auch pflegten sie, vorzüglich zweimal anjedem Tage, Morgens und Abends, zu beten: am Morgendaß die aufgehende Sonne mir dem himmlischen Lichte ihreGedanken durchdringe, am Abende, daß die untergehende Sonneihre Seele von der Bürde der Sinne entfessele, damit dieselbein sich selbst zurückgezogen, dem Dienste der Wahrheit unge-stört sich weihe. Das Gebet wurde überhaupt von den Es- -säern heilig gehalten und öfter von ihnen in Anwendung ge-bracht, besonders vor dem Genusse der Mahlzeit.
Als eine vierte Sekte betrachten Manche die Hero-diancr, welche in der heiligen Schrift Herodisdiener(Mark. 12, 13.) genannt werden, und die auch Galiläer(Luk. 13, 1.) heißen. Diese scheinen aber mehr eine politi-sche Parthei, als eine religiöse Sekte gewesen zu seyn. Siewaren jüngern Ursprungs als die andern Sekten, wahrschein-lich Anhänger und Schüler von Judas dem Gauloniten,der in der Apostelgeschichte (6, 37.) auch der Galiläerheißt. Sie waren meistentheils aus Galiläa und nannten sichwahrscheinlich nach dem Tetrarchen Herodes Antipas, dessenUnterthanen sie waren. Sie scheinen immer mit den -Phari-säern eng verbunden gewesen zu seyn, und unterschieden sichvon diesen nur durch eine größere Liebe zur Freiheit; dennsie ließen als Grundsatz gelten, daß man nur Gott gehorchen