Druckschrift 
Zweck und Einrichtung der Lebensversicherungsanstalten
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

64

den wir an Wittwcnkaffen, Kreditvcreincu, Sparkassen :c.erkennen, ohne den Uebeln ausgesetzt zu fern, welche zumTheil diese und andere ihnen verwandte Institute mit sichführen."

Neben den genannten Versicherungsanstalten bestehen nochmehrere andere, in neuerer Zeit hinzugckommcne Anstaltendieser Art, und die Theilnahme, welche sie insgesammt bishergefunden haben * **), zeigt, daß man auch in Deutschland an-gefangen hat, den Nutzen derselben einzusehen; die Zahl derdabei Betheiligten ist indessen, Vergleichweise, zur Zeit nochunbedeutend, und der bei weiten größere Theil des Publikumskennt entweder diese Anstalten nur dem Namen nach aus( mehrentheils sehr schlecht verfaßtenj Zeitungsankün-digungen, oder spricht denselben unbedingt das Vcrdam-mungsurtheil aus demselben Grunde, aus welchem von jeherdie nützlichsten Institutionen, die erheblichsten Erweiterungenim Gebiete der Wissenschaft, Kunst und Industrie in Anfangihre Gegner gefunden haben.

Es haben zwar schon Männer, deren Aussprüchc in dieserBeziehung entscheidend sind, ihre Stimmen zu Gunsten derin Rede stehenden Anstalten erhoben: die Wahrscheinlichkeits-rechnung , welche dem Rcchnungstheil des Geschäfts der Le-bensversicherung zur Grundlage dient, hat den ausgezeichnet-sten Mathematikern Veranlassung gegeben, einer der erheb-lichsten Anwendungen derselben das Wort zu sprechen; allein

Jedoch nur bedingungsweise, wie in der Abtheilung der aufgeschobenenLebensversicherung gezeigt worden.

**) Am 29. December 1830 machte die Agentur der Gothaer Lebensvcr-stcherungsbank in Carlsrnhe die Anzeige, daß, nachdem jene Bank in diesemJahre bereits von 3 Millionen auf 5 Millionen und von t7t7 Mitgliedernauf mehr als 2800 gestiegen, die Summe, welche ansein Leben versichertwerden könne, auf 8000 Thaler erhöht worden sey.