57
Auvergne * auf dem beschränkten Raume weniger Blätterein Gemälde des Landstriches, welches an Vollständigkeitnicht nur alles Frühere überbietet, sondern sich auch dadurchauszeiclinet, dass man in ihm Verhältnisse entwickelt sieht,welche vordem noch nie erörtert und dargestellt worden.Buch gebührt der Ruhm, die vulkanischen Beziehungen jenerProvinz mit aller Klarheit eines sichtenden und ordnendenGeistes dargelegt zu haben. Seine Entwickelung musste umso mehr Aufsehen erregen, da er, während er nicht langezuvor sich als entschiedener Anhänger der neptunisehenSchule ausgesprochen hatte, kein Bedenken trug, den Basaltder Auvergne für Lava zu erklären. Seine Briefe, w r elchedie Beachtung Deutscher Geognosten mehr als je dem Südenvon Frankreich zuwendeten, w erden darum für jede Folgezeitbei Wanderungen in diesem merkwürdigen Lande eine nichtzu entbehrende Quelle bleiben **.
Weiss , der die basaltischen Gebilde in Frankreich sogenau, mit so vieler Sorgfalt und mit so grosser Kenntnissuntersuchte, hat bis jezt nichts darüber mitgetheilt ***.
* Gcognost. Beobacht, auf Reisen. II. B. S. 227 ff. — Einzelne werth-volle Nachträge und Bemerkungen findet mau in Buch’s Aufsazüber die geognostischen Verhältnisse des Trapp - Porphyrs. (Abhandl.d. K. Akad. d. Wissensch. zu Berlin für 1812 und 1813 S. 129 ff.)
** In der Auvergne selbst kennt man die Meisterschrift nur dem Na-men nach. Ueberhaupt scheint der Brief von Buch an Pictet(Bibi. brit.; Vol. XX und daraus im Journ. des Min. ; Vol. XIII,p. 249 etc.) das Einzige zu seyn, was nach Frankreich vorgedrun-gen. Wir sind darum gewiss, dass durch eine treue Uebersezzungden Auvergnater Gelehrten und den Französischen Geognosten imAllgemeinen ein willkommener Dienst geleistet würde. Eine Zwi-schenzeit von beinahe zwei Jahrzehnden, der veränderte Stand einermit jugendlicher Frische vorschreitenden Wissenschaft, musstenmnnniehfaltigen Wechsel der Meinungen und abweichende Ansichtenherbeiführen ; allein der wesentliche Werth wird Buoh’s Arbeit fürjede Folgezeit bleiben.
Nach dem Wenigen zu urtheilcn, was Buch von diesen schönenBeobachtungen sagt (Abhandl. über den Trapp-Porphyr), würde dieWissenschaft durch deren Bekanntmachung sehr gewinnen.