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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
758
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den Schriftsteller, finden fich bei) demArt. Takt angezeigt.

Zierlich; Zierlichkeit.

(Schöne Kulisse.)

Wir nehmen diese Wörter in demSinne, den die Wörter Liegaus,und LIeFsntin in der lateinischenSprache haben. Zierlich bedeutethier nicht das, was sich durch Zicr-rathen auszeichnet, sondern wasdurch eine gute geschmakvolle Wahldes Einzelen, das zu der Sache ge-hört, sich in einer schönen und ange.uehmeren Gestalt zeiget. Zierlichj istdie Rede, darin die einzeln Wörter,»der Redensarten wohl gewählt sind,um das, was sie auSdrükcn sollen,nicht nur in völliger Richtigkeit, son-dern auch mit Annehmlichkeit undGeschmak auszubrüten; darin fernerauch auf den Wolklang, und über-haupt auf alles, was ohne Veraude-ruug des Sinnes den AuSdruk an-genehmer machen kann, gesehen wor-den. Zierlich ist das Gebäude, darinnur Vermeidung alles Ueberflüßigeu,-oder blos zur Pracht dienenden, al-les nach den besten Verhältnissen ge-nlacht, dazu die angenehmsten For-men gewählt sind , und jede Kleinig-keit mit gehörigem Fleiß ausgearbei-tet wird, so daß der feinste Geschmaknirgend Mangel noch Austoß dabcyempfindet.

Ueberhaupt bestehet die Zierlich-keit in Schönheit, die nicht durchEinmischung besonderer schönerThci-lc, sondern durch die beste Wahl desNothwendigen hervorgebracht wird.Auch die nakende Schönheit, ohneVerzierung, ist zierlich, wenn jeher,und auch der kleineste der nothwendi-gen Thcile, mit Geschmak gewähltist. Die Zierlichkeit wird gegenReichthum und Pracht in Gegensatzgestellt,*) und dadurch wird zu vcr-

*) So sogt zum R. Cor». NcpvS vom

AtlieUs: Llexsns, von mozrukeus.

stehen gegeben, daß sie'nicht in An-häufung des Schönen, sondern inder Schönheit des Nothwendigen zusuchen sey.

Ein Gegenstand, der durch vor-zügliche ihm wesentliche Kraft starkrühret, bedarf der Zierlichkeit nicht:wenn er nur Nichtigkeit hat, undalles Anstößige darin vermieden ist.Ein Gebäude, das durch Größe, mitEinfalt verbunden, das Auge in Er-stannen setzen soll, darf nicht zierlichseyn. Ein Gedanken, der sich durchgroße Wahrheit auszeichnet, oderder groß, erhaben, oder höchst pa-thetisch ist. brauch: nicht zierlich ans-gcdrnkt zu seyn ; man würde dasAn-genehmc der Zierlichkeit bey der stär-keren Empfindung, die seine vorzüg-liche wesentliche Kraft erwckt, nichtbemerken.

Zierlichkeit ist also hauptsächlichda nöthig, wo größere wesentlicheKraft fehlet. Für den blos unter-haltenden Stoff ist sie am nokhwen-digsten, weil sie ihm die wahre An-nehmlichkeit giebt. Schon durch sieallein wird ein Werk, das sonst kei-ne ästhetische Kraft hatte, zum Wer-ke des Geschmaks. Stark, nach-denklich, rührend und pathetischkann man ohne Kunst schcchen; aberZierlichkeit wird schwerlich ohneKunst und Uebung, wemgstens nieohne feinen Geschirmt erweicht wer-den. Daher ist die Zierlichkeit vor-züglich die Eigenschaft der Werkedes Geschmaks, die sich nicht schondurch irgend eine höhere Kraft aus-zeichnen.

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(*) Von der Zierlichkeit, in Rücksichtauf Baükunst, handelt dos erste Buchdes Neu Thls. von des Militia Grunds,der bürgerlichen Baukunst, Bd. i. S.5.u. f. ,

Zier-