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Aber durch bloße Richtigkeit derZeichnung kann der Künstler nichtgroß werden. Die Vollkommenheitder Kunst besteht nicht darin, daßman jeden Gegenstand in der höchstenRichtigkeit zeichne, sondern darin,daß man den nach dein besondcrnZwek wohl gewählten Gegenstand sozeichne, daß er in seiner Art die höchsteWirkung thue. Er muß also leicht,mit Geist, und nachdrüklich gezeich-net seyn, damit er das Auge zurnäheren Betrachtung reize. Winkel-mann, dem anch Lessing bcystimmsssagt, der erste Grundsatz der zeich-nenden Künste sey, alles widrige zumeiden, und überall Schönheit znsuchen. Dieser Grundsatz aber istmeines Erachtens den zeichnendenKünsten nicht eigen, und muß vondem Zeichner nicht weiter ausgedehntwerden, als von jedem andernKünstler. Der Dichter muß allesschön, wolklingend und nachdrük-lich, oder auf sonst eine Art mitästhetischer Kraft vortragen: derTonsetzer muß immer Harmonie undRhythmus beobachten, und der Wäh-ler auch da, wo weder Farbe nochTon die angenehmsten sind, ihnenHarmonie geben. Wollte man je-nen Grundsatz so verstehen, daß imZeichnen alles Unangenehme der For-men zu vermeiden fty, so würde erzu weit führen. Raphael der größteZeichner unter den Neuern, hat garoft widrige Formen, weil sie zu sei-nem Inhalt nöthig waren. Aberauch solche Gegenstände müssen inihrer Art nach guten Verhältnissen,mit fließenden leichten Umrissen, mitGeist und Leben, gezeichnet seyn.Wie in Gcmählden die Zeichnung dieHauptsache ist, so ist in der Zeich-nung der Geist und das Leben dasVornehmste. Richtigkeit befriediget;Anmurhigkeit und Schönheit gcfal-
über die Schönheit und über den
Gcschmak in der Mahlerey. S. Xlv
und XV.
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len; aber das Leben, der mit denwenigsten wesentlichen Strichen fühl-bare Charakter jedes Gegenstandes,rührt auf das lebhafteste.
lieber diesen höchst wichtigen Punktder Zeichnung gicbt Mengs in demangeführten Werke den richtigstenund bestimmtesten Unterricht. JederZeichner sollte dieses vortrefflichenMannes Anmerkungen hierüber, alsdie ächten Glaubensartikel seinerKunst täglich vor Augen haben. Dawir zu dein, was er über den Ge-schmak und die Schönheit der Zeich-nung sagt, nichts hinzuzusetzen fin-den, so begnügen wir uns, denKünstler blos dahin zu verweisen.
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Don der Zeichnung überhaupt han-deln, unter mrhrrrn: G. Vasari (ImtIten Kap. f. Inrroäu^ione slle rre srrillel ditegno, bry s. Vire -le piü ccceil.^rcll. picr. eic.) — Giovd. Arnie-nini (Im qtcn Kap. dcS neu BüchesVor! Ureeeiri Neils pirrurs, und zwarclie cots lis il clilegno, gusneo e<-Iitis vniverlslmenie neccllsrio sgli uo.mini, e s gusl li vo«lis minor sreogusnrungue in Ipceisls egli Iis plüUeilinsrv sils Uicrurs.) >— Aless. Al-lori (Oislogo . . . toprs I'srre ciel cls,llgnsrs le figure, princiyisinlo ste'mulcoli, olle, nervi, veno, memdrse tigurs pert'ercs, Uir. 1590. 4.) —Lleon. da Hinci (Im 25tcn, sytenu.f.Kap. s. 'Ursire cle 1s Ueink.) — An-dre Felibien (Im zten Kap. des ztcnBuches s. Urinc. cle l ^rcd. cle 1s kleine,eec. und in der ersten der Lonterencc5cle presch Uo)'. . . . yemlsnc 1 snnee1667.) —- Franc, löana (In demzteu Kap. der, bey f. llrociromo silsArrc mseilrs befind!. Äbhandl. von derMaylcrep.) — Geraro van Brügge(Ihm ivirö die „Änmcifung zu der allg.Reist- und Arichenkunst, darinnen dieGründe und Eigenschaften, die man, ei-nen unfehlbaren Verstand in der Zrichcn-kuust zu erlangen, uothwendig ivifien
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