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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
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Natur eben sowol, als die unsicht-bare Gcistcrwclt, auf Erfindung desWunderbaren führet. Denn jedeunerwartete und sehr erhöhte Kennt- des Möglichen ober Würkliehenaus Heyden Welten, setzt uns in Be-wundrung.

Das Wunderbare ist eine der vor-züglichsten ästhetischen Eigenschaften.Es hat einen großen Reiz für die Ge>niürhcr der Menschen, die es mitungemeiner Begierde vernehmen.Kom-isi denn irgend ein merklicherGrad der Wahrscheinlichkeit dazu,so sind sie sehr geneigt, das Erdich-tete für wahr zu halten. Darumist es ein sehr kraftiges Mittel, so-wol auf die Vorstellungskraft, alsauf die Empfindung zu würkcn. DerHang zum Außerordentlichen ist sostark Key dem Menschen, daß er esnicht nur mit dem größten Ausge-fallen anhöret, sondern in der Trun-kenheit der Bewundrung sich auchwillig dahin leiten läßt, wohin manihn führen will.

Wenn aber das Wunderbare feineWürkung thun soll, so muß es, wiewir schon angemerkt haben, glaub-würdig und auch begreiflich seyn,damit man es nicht sogleich verwerfe.Deswegen muß der Dichter dabei) ge-naue Nu ich cht auf die Kenntnisse derPersonen, für die er dichtet, nehmen.Kindern, und einem Volke, dessenZustand in Absicht auf Kenntnissemitder Kindheit übereinkommt, kanndie äsopische Fabel gar wol durch dasWunderbare der vernünftig denken-den und redenden Thiere gefallen:uns find diese Thiere nichts Wunder-bares; wir wissen es, daß es derDichter in diesem Stük nicht im Ern-ste mcynet. So ist bcym Homermanches, das zu seiner Zeit ein ach-tcs Wunderbares war, für unsnichts, wenn wir uns nicht in seine

Zeit versetzen. Man kann gegenwär-tig das Wunderbare, das aus deralten Götterlehrc geschöpft wird, sowenig mehr brauchen, als das, wassich ans das System der Gnomen undSylphen gründet. Aber es war eineZeit, und bey vielen unwissenden Vol-kern ist sie noch, da wahres und ach.tes Wunderbares daraus konnte ge-nommen werden.

Hingegen würde manches Wunder-bare in dem Mcßias, das uns in an-genehmes Erstaunen setzt, bey einemganz unwissenden Volke seiner völli-gen Unbegressiichkcit halber nicht diegeringste Würkung thun. Unsre Be-griffe niid Kenntnisse von dem herr-lichen Bau der Welt, die wir denEntdekungen der Astronomen zn dan-kcn haben, und die schon an sichwunderbar sind, erleichtern das Be-greifen der erstaunlichen Vorstellun-gen des Dichters, dw bey keinemganz unwissenden Volk Eindruk ma-chen könnten.

Von dem Hdunderbapen handeln,unter mehrcrn: I. I. lDodnicr (Eric.Abhandl. »on dem Wunderbaren in derPoesie, und dessen Verbindung mit demWahrscheinlichen, Zür. 1740. 5. Istnichts als ein Cvmmcntar über Millensverlornes Paradies.) ?. I.Äreitin-ger (Im 6tcn Achschn. s.Lettischen Dicht-kunst.) Lollep Ti'vber (e^ ilbop-Gstp upvn rbc bkorvolb-uz 1751.4.)>

D. A. Schlegel (Abhandlung von demWunderbaren in der Poesie, besonders inder Lpopec, im -tcn Bde. S. -99. s.Vatteur, ztc Aufl.) I. Riedel(Im yten Abschn. s. Theorie der schönenKünste und Wisscnsch.) Dicaube(In den bstvuv. bkem. sts I'/Veiistemiecle. Lcrlin <le I'snnee 1771.) I.

E. Rouig (Ii» >chcn Abschn. S.

f. Philosophie der schönen Künste.)

Z. Zahn-