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verholen wolle, welches langweiligund verdrießlich seyn würde.
Bei) dieser Wiederholung muß derRedner weder sich in eine neue Erzäh-lung oder Beschreibung, noch in ei-ncn neuen Beweis einlassen, sondernvoraussetzen, daß der Zuhörer dasVorhergehende hinlänglich gefaßt ha-be, und nun alles mit einem einzi-gen Blik, und aus einem neuen Ge-sichtspunkt, wieder übersehen wolle.Darum berührt er bey dieser Wieder-holung nur das Wesentlichste, mitgroßer Kürze, in dem zuversichtlich-sten Ton und mir voller Wärme desAusdruks. Dieses crfodert geradeden stärksten Redner; denn es ist vielleichter, einen Beweis methodisch zuführen, oder eine umständliche Er-zählung zu machen, als das kräf-tigste davon in wenig Worten zusam-men zu fassen. Duintilian führet diePeroran'on, oder den Beschluß derletzten Rede des Cicero gegen denVerres zum Muster einer vollksmnic-nen summarischen Wiederholung an:sie ist in der That höchst pathetisch.Jungen Rednern ist eine ganz beson-dere Uebung in diesem Tbcile derKunst zu empfehlen. Sie können dieReden des Demosihcnes und Cicerodazu nehmen, und versuchen, dendarin abgehandeltcnMatericn, durchsummarische Wiederholung, neueKraft zu geben. Sie müssen dabeyvoraussetzen, daß die Zuhörer durchdie Abhandlung hinlänglich überzeu-get, oder gerührt scheu, und beden-ken, daß es nun darum zu thuu sey,dieser Ucb;rzeugung oder Rührungden letzten Nachdruk, und das wahreLeben zu geben. Dieses kann nichtanders geschehen, als wenn sie selbstin volles Feuer der Empfindung ge-setzt sind. Denn im Grund ist die-serThcil der Rede nichts anders, alseine sehr schnelle und lebhafte Aenße-rung dessen, was man itzt, nachdemder Redner dasEcinigc gethan hat,fühlt.
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Wiederlegung.
(Beredsamkeit.)
M?an wiederlegt einen andern, wennman die Falschheit dessen, was ergesagt, oder behauptet hat, zeiget.Eigentlich ist jeder Beweis, und jedeVerthcidignng eine Wicdcrlcgung.Wir betrachten aber hier die Sachenicht in diesem allgemeinen Gesichts-punkt, noch ist nnsre Absicht hierausführlich zu zeigen, wie eine förm-liche Verthcidigungsredc beschaffenseyn müsse. Wir nehmen das Wortin dem eigentlichem Sinn, und spre-chen von der Widerlegung, als ei-nem besonder» Theil einer Rede, dergegen einen bcsondem Theil einer an-dern Rede gerichtet ist. Diese Be-deutung geben die Lehrer der Rednerdein W orte *). Es wird durchgchcndsfür schwerer gehalten, etwas zu wie«dcrlegen, als einen Satz geradezu zubeweisen. O.uintilian sagt, es seyeben so viel leichter, einen anzuklagen,denn zu verlheidigcn, als es leichterist, zu verwunden, denn zu heilen.Wir haben bereits anderswo**) an-gemerkt, daß es sehr leicht sey, dieMenschen von etwas zu überreden,wenn sie gänzlich unpartheyisch, oderuncingenommcn sind. Bey der Wie-derlegung wird immer vorausgesetzt,daß man schon ein Vorurthcil gegensich habe. Dieses muß durch dieWiderlegung völlig zernichtet wer-den, ehe der Zwei der Widerlegungkann erreicht werden.
Es ist aber unsre Absicht hier garnicht, den sophistischen Rednern zuzeigen, wie eine würkliche Wahrheitkönne verdächtig gemacht, oder soverdreht werden, daß der Beyfall,
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